Wie man eine Kapitalflussrechnung liest

Dem Geld folgen

Verstehen Sie Cashflows und erfahren Sie, wie sie die Geldbewegungen hinter den Kulissen erklären.

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Warum der Cashflow wichtig ist

Gewinn bedeutet nicht immer Bargeld auf dem Konto.

Ein Unternehmen kann starke Erträge ausweisen und gleichzeitig knapp bei Kasse sein, oder schwache Gewinne melden, während das Geld hereinströmt.

Die Kapitalflussrechnung erfasst die tatsächliche Bewegung von Geld in das Unternehmen hinein und aus dem Unternehmen heraus.

Sie zeigt, ob das Unternehmen Liquidität generiert, ob Betriebskosten und Investitionen diese aufzehren und ob Finanzierung die Lücke schließt.

Eine Kapitalflussrechnung beantwortet eine einfache, aber entscheidende Frage: Erwirtschaftet das Unternehmen echtes Geld oder nur buchhalterische Gewinne?

Die drei Abschnitte des Cashflows

Bei Momus Partners führt Jonah Xue durch die Struktur der Kapitalflussrechnung. "Stell dir drei Ströme vor," sagt er:

  • Operative Tätigkeit: Cashflow aus dem Kerngeschäft
  • Investitionstätigkeit: Cashflow für Ausrüstung und Übernahmen oder aus dem Verkauf von Vermögenswerten
  • Finanzierungstätigkeit: Cashflow aus Kreditaufnahme, Schuldentilgung oder Aktienemission

"Zusammen zeigen sie, woher das Geld kommt und wohin es fließt."

Xue sieht darin die Brücke zwischen der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz.

Operativer Cashflow: Der Kernmotor

Der operative Cashflow beginnt mit dem Jahresüberschuss und bereinigt um nicht zahlungswirksame Posten wie Abschreibungen sowie Veränderungen im Working Capital. Er zeigt, ob das Unternehmen sich im Tagesgeschäft selbst finanzieren kann.

  • Abschreibungen werden hinzugerechnet, da sie den Gewinn mindern, aber nicht den Cashflow
  • Steigende Lagerbestände binden Liquidität — Geld wird für die Auffüllung der Bestände ausgegeben
  • Steigende Forderungen binden Liquidität — Umsätze wurden verbucht, aber die Kunden haben noch nicht bezahlt
  • Steigende Verbindlichkeiten setzen Liquidität frei — das Unternehmen hat die Rechnungen noch nicht bezahlt, sodass das Geld länger im Unternehmen verbleibt

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Investitions-Cashflow: Auf Wachstum ausgerichtet

Der Investitions-Cashflow spiegelt langfristige strategische Entscheidungen wider.

  • Der Kauf von Ausrüstung oder Softwarelizenzen, die Übernahme eines Konkurrenten oder der Bau einer neuen Fabrik ist ein Mittelabfluss
  • Der Verkauf von Vermögenswerten ist ein Mittelzufluss

Die jüngste Expansion von PrettyBricks zeigt sich als großer Investitions-Mittelabfluss für neue Maschinen.

Xue lernt, dass ein negativer Investitions-Cashflow nicht grundsätzlich schlecht ist. Oft bedeutet er einfach, dass das Unternehmen expandiert.

Die entscheidende Frage ist, ob das operative Geschäft langfristig genug Liquidität generiert, um die Investitionen zu tragen.

Finanzierungs-Cashflow: Geldbeziehungen

Der Finanzierungs-Cashflow zeigt, wie das Unternehmen Geld aufnimmt oder zurückgibt. Jonah sagt Xue, sie solle ihn als den Abschnitt "_Geldbeziehungen_" betrachten.

  • Kreditaufnahme bringt Geld von Banken und Anleihegläubigern
  • Darlehensrückzahlung verbraucht Liquidität
  • Aktienemission beschafft Mittel
  • Dividendenzahlung leitet Geld an die bestehenden Aktionäre weiter

Das langfristige Darlehen von PrettyBricks für die Fabrik erscheint hier als Finanzierungs-Mittelzufluss. Dies prägt das Risikoprofil des Unternehmens: Schulden erhöhen den Rückzahlungsdruck, während die Ausgabe weiterer Aktien das Eigentum verwässert.

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