Luxus verliert

4/15/2026

Luxus verliert
Luxus verliert

Luxusunternehmen durch Krieg verunsichert

Es war eine traurige Woche für den französischen Luxussektor. LVMH, Gucci-Mutterkonzern Kering und Hermès legten alle ihre Ergebnisse vor demselben Hintergrund vor: dem Iran-Krieg, dem globalen Ölschock und gestörtem Reiseverkehr. Die Aktien stürzten ab, wobei Hermès die größten Verluste verzeichnete.

Luxusausgaben sind diskretionär, das heißt, das Geld wird für "Wünsche" ausgegeben, nicht für "Bedürfnisse". Das Verbrauchervertrauen sinkt schnell, wenn die Energiekosten steigen, was die Inflation weltweit anzuheizen droht.

Der Nahe Osten war der am schnellsten wachsende Luxusmarkt im Jahr 2025. Der Verlust dieses Lichtblicks wäre ein schwerer Schlag für den £400 Milliarden schweren Sektor, der seit zwei Jahren in Folge schrumpft.

Luxus verliert

Warum Tourismus so wichtig ist

Luxus ist ungewöhnlich stark vom Reiseverkehr abhängig. Ein großer Teil der Umsätze entsteht, wenn Menschen im Ausland sind, entspannt und bereit, Geld auszugeben.

Der Krieg trifft mehrere Schwachstellen:

  • Einkaufszentren am Golf: Dubai und Abu Dhabi bedienen ausländische Touristen und regionale Käufer. Besucherzahlen und Umsätze gingen im März stark zurück.
  • Asiatische Reisedrehkreuze: Flugunterbrechungen reduzierten das Einkaufen an Flughäfen und in Transitstädten wie Singapur und Bangkok.
  • Kerosin-Krise: Einige Fluggesellschaften stehen wenige Wochen vor Treibstoffengpässen, wobei die Sommersaison bedroht ist.
  • Breitere Auswirkungen auf Asien: China, Japan und Korea sind entscheidende Märkte für Luxusunternehmen. Diese Länder gehören zudem zu den am stärksten vom Golf-Öl abhängigen.

Es platzt aus allen Nähten

LVMH erklärte, der Iran-Krieg habe den Konzernumsatz im Quartal um mindestens einen Prozentpunkt geschmälert. Die Nachfrage im Golf ging stark zurück, und weniger Touristen aus dem Nahen Osten gaben in Europa Geld aus.

Der wertvollste Luxuskonzern der Welt ist die Heimat von Louis-Vuitton-Taschen, Dom-Pérignon-Champagner und Tiffany-Schmuck, neben vielen anderen Marken.

Die Umsätze in Einkaufszentren in Dubai sollen Berichten zufolge um bis zu 50% gefallen sein, obwohl der Krieg nur einen Monat des Quartals betraf. Die USA waren ein Wachstumstreiber, aber das könnte nicht von Dauer sein, da die Verbraucherstimmung gerade im April ein Rekordtief erreicht hat.

Gucci-Mutterkonzern auf der Suche nach dem richtigen Takt

Kerings Gucci hatte weiterhin zu kämpfen und verzeichnete das 11. Quartal in Folge mit sinkenden Umsätzen.

Wie LVMH verwies Kering auf den Iran-Krieg und die Reiseunterbrechungen, die die Nachfrage im Nahen Osten belasteten. Auch andere Regionen außerhalb Nordamerikas blieben schwach, was auf eine breite Abschwächung hindeutet.

Kerings neuer CEO Luca de Meo soll seinen Sanierungsplan vorlegen. Er steht vor einer schwierigen Aufgabe, nachdem die Kering-Aktie am Mittwoch in Paris um 9% einbrach.

Luxus verliert

Selbst der sicherste Name wird abgestraft

Hermès war ein Jahrzehnt lang der beständige Outperformer im Luxussegment, dessen Aktien sich seit 2016 verfünffacht haben.

Die sorgfältig orchestrierte Strategie der Exklusivität und kontrollierten Handwerkskunst hat sich bewährt. Aber selbst eine Birkin Bag fühlt sich weniger prioritär an, wenn die Nachrichten voll von Raketen, Seeblockaden und Drohnenangriffen sind.

Das Umsatzwachstum verlangsamte sich und verfehlte die Erwartungen. Hermès' beeindruckende Kursrallye an den Aktienmärkten geht mit höheren Erwartungen einher. Dies könnte teilweise erklären, warum die Aktien um bis zu 13% fielen und den Tag 8% niedriger beendeten.