
1/28/2026


Der weltgrößte Luxuskonzern LVMH übertraf im letzten Quartal die Umsatzprognosen mit einem Umsatz von €22,7 Mrd., was einem flächenbereinigten Anstieg von 1% gegenüber dem Vorjahr entspricht, während ein leichter Rückgang erwartet worden war.
Doch die Aktien fielen in Paris um mehr als 8%, da Anleger befürchten, dass sich die Erholung des Luxussektors aus einer anhaltenden Flaute verlangsamt hat. LVMHs Zugpferd, die Sparte Mode und Lederwaren, verzeichnete einen Umsatzrückgang von 3% im Jahresvergleich. Und die Umsätze in Asien, einschließlich des entscheidenden Marktes China, wuchsen um magere 1%.
Nach vielversprechenden Ergebnissen der Konkurrenten Richemont und Burberry hatten Anleger auf eine positivere Performance gehofft.

LVMH ist ein Gradmesser für die Luxusbranche. Deshalb handelte der Sektor am Mittwoch im Minus, wobei Konkurrenten wie Burberry, Kering, Hermès und Moncler alle 2-5% ihres Wertes einbüßten.
LVMH hat eine Marktkapitalisierung von etwa €270 Milliarden ($325 Milliarden) und verfügt über ein reichhaltiges Portfolio an allem, was Luxus ausmacht, von Mode, Taschen und Parfums bis hin zu Uhren, Schmuck und Champagner. Der Konzern besitzt nicht nur die Marke Louis Vuitton, sondern auch Tiffany, Dior, Kenzo, Celine, Rihannas Fenty und Dom Pérignon, neben anderen. Außerdem betreibt er den Kosmetikhändler Sephora.
Diese breite Reichweite ist der Grund, warum die Ergebnisse von LVMH so genau verfolgt werden.
China ist der weltweit größte Luxusmarkt. Er wuchs von 2019 bis 2023 jährlich um mehr als 18 Prozent, aber 2024 brach der Konsum von Luxusgütern ein und stagnierte dann im vergangenen Jahr.
Chinesische Käufer, im Inland und auf Reisen, machen fast ein Drittel von LVMHs Mode- und Lederwarenumsätzen aus. Wenn sie ausgeben, hebt das den gesamten Sektor; wenn sie zögern, geraten die Bewertungen ins Wanken.
Die Erholung verläuft ungleichmäßig. Eine chinesische Immobilienkrise, zunehmende lokale Konkurrenz und eine Verbraucherstimmung, die sich von auffälligen, logogetriebenen Luxusgütern abwendet, belasten allesamt die Umsätze.
Die Luxusmargen werden durch eine Dreifachbelastung aus einem schwachen Dollar, US-Zöllen und Rekordgoldpreisen, die die Schmuckkosten in die Höhe treiben, unter Druck gesetzt.
Die USA haben eine Reihe von Abkommen geschlossen, die die Zölle von den im April 2025 vom Weißen Haus angedrohten Niveaus gesenkt haben. Aber LVMH muss beispielsweise immer noch mit 15% Zöllen auf die meisten europäischen Waren umgehen, die in die USA verschifft werden.
Geopolitische Spannungen helfen nicht. Jüngste wechselhafte Zölle wegen Grönland und eine Bemerkung von US-Präsident Donald Trump, die Zölle auf französische Weine auf 200% wegen eines diplomatischen Streits zu erhöhen, verunsicherten die Anleger. LVMH ist der weltweit führende Champagnerproduzent.
Einige Analysten sagen, LVMHs größtes langfristiges Risiko sei weder China noch Zölle — sondern wer letztendlich dem 76-jährigen Bernard Arnault nachfolgt, dem CEO seit 1989 und einer Schlüsselfigur beim Aufbau des Luxusimperiums. Er hat gelegentlich die Liste der reichsten Menschen der Welt angeführt.
LVMH hat kürzlich die Altersgrenze für die kombinierte Rolle als CEO und Vorsitzender auf 85 Jahre angehoben. Er hat keinen Nachfolger benannt, aber alle fünf seiner erwachsenen Kinder sind im Unternehmen tätig.
Aktionäre argumentieren, dass der Mangel an Transparenz zu einem Governance-Problem wird. Es ist eine reale Succession-Storyline, ohne die HBO-Autoren, aber mit mehr Geld und höheren Einsätzen.
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