Tragödie in Hongkong

11/27/2025

Tragödie in Hongkong

Brand in Hongkong weckt Sorgen um Immobilien und Versicherungen

Ein Brand im Wohnkomplex Wang Fuk Court in Hongkong hat mindestens 65 Menschen das Leben gekostet, wobei noch fast 300 vermisst werden – der tödlichste Brand der Stadt seit Jahrzehnten.

Der Komplex, Teil eines subventionierten Wohneigentumsprogramms, wurde renoviert, als sich die Flammen über Bambusgerüste ausbreiteten.

Über die tragischen menschlichen Verluste hinaus wirft die Katastrophe Fragen zu Infrastruktur-Sicherheitsstandards und Risiken auf dem Immobilienmarkt in einem der teuersten Wohnungsmärkte der Welt auf.

Sicherheitsmängel treiben Kosten in die Höhe

Die Hongkonger Polizei gibt an, dass unsichere Materialien, die von einer Baufirma verwendet wurden, den Brand möglicherweise verschlimmert haben, was zu Verhaftungen wegen Totschlags führte.

Bauträger in Hongkong und möglicherweise auch in Festlandchina stehen nun vor der Aussicht auf strengere Vorschriften, höhere Compliance-Kosten und Reputationsschäden.

Der Brand im Grenfell Tower in Großbritannien bietet einen Präzedenzfall: Baufirmen wurden gezwungen, Reparaturen für unsichere Verkleidungen zu finanzieren, und die Regierung verschärfte die Aufsicht, nachdem 72 Menschen bei dem Brand ums Leben gekommen waren. Für Hongkong könnten strengere Standards die Art und Weise verändern, wie Projekte finanziert und bepreist werden, mit langfristigen Auswirkungen auf den Immobiliensektor.

Schadensforderungen und Risiko-Neubewertung

Versicherer werden mit Schadensforderungen von Tausenden von Bewohnern konfrontiert sein, die ihre Wohnungen und ihr Hab und Gut verloren haben. Viele haben Angehörige verloren oder lebensverändernde Verletzungen erlitten. Das Ausmaß der Schäden könnte zu höheren Prämien und strengerem Underwriting für Hochhauswohnungen führen.

Die Hongkonger Versicherungsaufsichtsbehörde hat eine Task Force eingerichtet, um die Bearbeitung der Schadensforderungen zu beschleunigen, die Berichten zufolge 300 Millionen US-Dollar übersteigen könnten.

Anleger sollten beobachten, wie Versicherer die Verluste absorbieren und ob die Aufsichtsbehörden auf stärkere Schutzmaßnahmen drängen. Katastrophen wie der Grenfell-Brand in London 2017 zeigten, wie sich Haftungsstreitigkeiten über Jahre hinziehen können, wobei Strafverfahren erst 2026 beginnen sollen.

Tragödie in Hongkong

Tragödie stellt Hongkong als globales Zentrum auf die Probe

Hongkongs Immobilienmarkt ist zentral für seine Rolle als Finanzzentrum. Die heutige Tragödie könnte Reformen beschleunigen, wobei Politiker unter Druck stehen zu zeigen, dass die Stadt ein verantwortungsvoller Vermieter und ein sicherer Investitionsstandort ist – insbesondere angesichts der bevorstehenden Hongkonger Legislativwahlen im nächsten Monat.

Hongkong ist von der anhaltenden Immobilienkrise in China nicht verschont geblieben: Die Preise in der Stadt sind seit dem Pandemie-Höchststand gefallen. Dennoch führt sie oft die Ranglisten als teuerste Stadt der Welt für Wohnraum an, wobei Bauland für neue Gebäude knapp ist.

Die Behörden haben versucht, gegen sogenannte "unterteilte Wohnungen" vorzugehen, von denen einige so klein wie ein einzelnes Bett sind und dennoch zu hohen Mieten vermietet werden.

Tragödie in Hongkong

Vanke-Probleme wecken erneut Marktängste

Chinas Immobiliensektor befindet sich seit einer Liquiditätskrise, die 2021 Bauträger traf, in Turbulenzen und löste Zahlungsausfälle bei Giganten wie Evergrande und Country Garden aus.

Nun steht das staatlich unterstützte Unternehmen China Vanke unter Druck: Seine Aktien und Anleihen stürzten ab, nachdem das Unternehmen eine Verschiebung der Schuldenrückzahlung beantragt hatte, was Befürchtungen einer Restrukturierung aufkommen ließ. Sollte Vanke ins Straucheln geraten, könnte der Schock das ganze Land erfassen und Pekings Fähigkeit auf die Probe stellen, die 19 Billionen US-Dollar schwere Wirtschaft zu stabilisieren.

  • Chinas Preise für Neubauwohnungen fielen um 0,5%, das schnellste monatliche Tempo seit einem Jahr, im Oktober
  • Die Preise waren im Jahresvergleich um 2,2% gesunken
  • Immobilieninvestitionen verzeichneten einen starken Rückgang von 14,7% im Jahresvergleich