Ölembargo

10/23/2025

Ölembargo

Sanktionen treffen Russlands Energiesektor

Die USA haben gerade Rosneft und Lukoil, Russlands zwei größte Ölkonzerne, mit Sanktionen belegt, um einen Waffenstillstand in der Ukraine zu erzwingen.

Warum das wichtig ist: Rosneft und Lukoil machen über 5% der gesamten globalen Produktion aus. Sanktionen betreffen auch Raffinerien, die russisches Öl kaufen, wie etwa in China und Indien.

Reaktion: Die globalen Ölpreise schossen in die Höhe, da Sorgen über eine Störung des globalen Angebots aufkamen.

EU nimmt russisches LNG ins Visier

Die EU hat neue Sanktionen angekündigt, darunter ein stufenweises Verbot von Importen von russischem Flüssigerdgas (LNG) bis 2027.

Die EU hat außerdem ihr Verbot für mit Russland verbundene Tanker ausgeweitet, wodurch die gesamte "Schattenflotte" auf 558 Schiffe anwächst.

Zusammen mit den neuen US-Sanktionen ist dies ein koordinierter Vorstoß, um Russlands Öl- und Gaseinnahmen abzuschneiden — dieses Jahr um 21% gesunken, aber immer noch ein Viertel seines Haushalts.

Ölembargo

Öl steigt aufgrund von Angebotssorgen

Da die Versorgungsrouten unter Druck stehen, bereiten sich die Märkte auf Welleneffekte entlang der Energiekette vor.

• Die Ölpreis-Benchmarks Brent und WTI stiegen um mehr als 5%

• Die US-Treibstoffvorräte fielen unerwartet, was zusätzlichen Aufwärtsdruck erzeugte

Aber die Rally könnte nur von kurzer Dauer sein — die Internationale Energieagentur hat vor einem erheblichen Angebotsüberschuss im Jahr 2026 gewarnt, und weitere Produktionssteigerungen der OPEC+ könnten Abwärtsdruck erzeugen.

Backwardation vs. Contango

Nach den Nachrichten befinden sich die Brent-Rohölpreise nun in Backwardation — der Frontmonatskontrakt wird fast 2 $ über dem Sechsmonatspreis gehandelt.

Öl-Futures zeigen, wohin Händler die Preise erwarten:

Backwardation bedeutet, dass kurzfristige Kontrakte mehr kosten als zukünftige — oft ein Zeichen für knappes Angebot oder geopolitisches Risiko

Contango ist das Gegenteil: Kontrakte für spätere Lieferung werden höher gehandelt, meist weil die Lagerbestände voll sind oder die Nachfrage schwach ist

Russland riskiert den Verlust wichtiger Kunden

Indien ist seit den vorherigen Sanktionen, die traditionelle Märkte abschnitten, Russlands größter Abnehmer von vergünstigtem Seeöl geworden.

Nun könnten große indische Raffinerien wie Reliance ihre Käufe einstellen, um US-Strafen zu vermeiden. Wenn Indien sich zurückzieht, wird Russland schnell neue Käufer brauchen — wahrscheinlich zu noch steileren Rabatten.

Das US-Finanzministerium hat den 21. November als Frist für Unternehmen festgelegt, um russische Ölgeschäfte abzuwickeln.

Wie Sanktionen die Märkte bewegen

Sanktionen sind ein stumpfes Instrument — potenziell mächtig, aber unberechenbar, und Märkte hassen Unsicherheit.

So könnten verschiedene Anlageklassen auf Sanktionen reagieren:

Aktien: Aktien von sanktionierten Unternehmen oder Sektoren stürzen oft ab.

Staatsanleihen: Die Anleiherenditen sanktionierter Regierungen können in die Höhe schnellen, und sie könnten sogar einen Zahlungsausfall erleben

Rohstoffe: Die gezielte Sanktionierung bestimmter Rohstoffe wie Öl, Gas oder Metalle kann globale Lieferketten stören und zu Preisspitzen führen.

Währungen: Betroffene Nationen erleben oft eine starke Abwertung.