
12/15/2025

Der Immobilienentwickler China Vanke bemüht sich intensiv um die Zustimmung der Anleihegläubiger, um die Rückzahlung einer 2 Milliarden Yuan schweren Anleihe ($283 Millionen), die gerade fällig wurde, aufzuschieben. Sein erster Antrag auf eine einjährige Verlängerung scheiterte, was das Risiko eines Zahlungsausfalls erhöht, sofern die Investoren nicht einem überarbeiteten Plan in einer zweiten Abstimmung am 22. Dezember zustimmen.
Im chinesischen Immobiliensektor geraten Unternehmen, deren Rückzahlungsplan verlängert wurde, oft später dennoch in Zahlungsverzug — was die Anleihegläubiger vorsichtig macht. Doch eine Ablehnung des Deals könnte eine breitere Ansteckung unter den Immobilienentwicklern auslösen.
Einst als einer der stärksten chinesischen Entwickler angesehen, ist Vankes' Kampf ein Weckruf: Selbst die "sicheren" Namen sind nicht mehr sicher.
Etwa 30% von Vanke gehören Shenzhen Metro, dem Betreiber des U-Bahn-Systems von Shenzhen'. Shenzhen Metro wiederum gehört der Lokalregierung von Shenzhen.
Diese Verbindung ließ Investoren annehmen, dass Vanke staatliche Unterstützung genießt und vor der Liquiditätskrise geschützt wäre, die den großen Immobilienkonzern Evergrande (im letzten Jahr aufgelöst) zu Fall brachte und einen weiteren großen Rivalen, Country Garden, in den Zahlungsausfall und die Restrukturierung trieb.
Doch da die Einnahmen aus Grundstücksverkäufen seit 2021 sinken, sind die Lokalregierungen hoch verschuldet und nicht optimal aufgestellt, um große Rettungsaktionen durchzuführen. Unterdessen zeigte sich die Zentralregierung zurückhaltend, den Immobiliengiganten zu helfen.

Der Stress zeigt sich in den Kursen. Eine weitere Yuan-Anleihe von Vanke', die in drei Jahren fällig wird, brach an einem einzigen Tag um 26% ein, während die Aktien des Unternehmens in Hongkong am Montag um bis zu 5% fielen.
Vanke hat mehr als 85% seines Wertes verloren, seit der Immobilienmarkt 2021 zu fallen begann.
Einige Gläubiger könnten einer Verschiebung der Rückzahlung zustimmen, wenn Vanke Anreize wie stärkere Garantien oder teilweise vorzeitige Rückzahlung anbietet. Doch die Hürde ist hoch: Mindestens 90% der Anleihegläubiger müssen zustimmen.

Vankes' Probleme stehen vor dem Hintergrund eines breiteren Immobilienabschwungs. Offizielle Daten zeigen, dass Chinas' Neubaupreise im November um 0,4% gegenüber dem Vormonat und um 2,4% gegenüber dem Vorjahr fielen, was einen Abwärtstrend fortsetzt, der Mitte 2021 begann.
Die Preise für Bestandsimmobilien sanken um 5–6% gegenüber dem Vorjahr, wobei die stärksten Rückgänge Städte dritter Kategorie trafen. Ökonomen erwarten, dass die nationalen Immobilienpreise bis 2026 weiter fallen werden.
Das ist wichtig, weil ein Großteil des Vermögens chinesischer Haushalte in Immobilien gebunden ist — bis zu 70%, bevor die Blase zu platzen begann. Auch Lokalregierungen sind auf Grundstücksverkäufe angewiesen.
Ein Zahlungsausfall von Vanke würde das Vertrauen in Chinas' bereits angeschlagenen Immobilienmarkt erschüttern. Das Unternehmen ist in über 60 chinesischen Städten tätig.
Mögliche Folgen:
Chinas' Geschichte erinnert an vergangene Immobilienkrisen weltweit: schnelles Kreditwachstum, steigende Grundstückspreise, dann schmerzhafte Abstürze.
Chinas' Besonderheit? Als Einparteienstaat kann China schnell und entschlossen eingreifen — aber es bleibt abzuwarten, ob Peking den Immobiliensektor stützen oder den Markt den Schlag einstecken lassen will.
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