Umsatzanstieg

12/3/2025

Umsatzanstieg
Umsatzanstieg

Zaras' Mutterkonzern überrascht mit Feiertagsschub

Der spanische Fast-Fashion-Riese Inditex überraschte die Märkte, als die Umsätze im entscheidenden Zeitraum zwischen dem 1. November und dem 1. Dezember um mehr als 10 % stiegen.

  • Q3 Umsätze bei 9,8 Mrd. €, ein Anstieg von über 8 % im Jahresvergleich bei konstanter Währung
  • Nettogewinn bei 1,8 Mrd. €, ein Plus von 9 %
  • Nettogewinnmarge bei 19 % — eine Kennzahl für die Rentabilität als Prozentsatz des Umsatzes.

Die besser als erwartete Performance ließ die Inditex-Aktien am Mittwoch in Madrid um mehr als 10 % steigen. Das Unternehmen besitzt die globale Modekette Zara sowie eine Reihe weiterer Marken, darunter Pull&Bear, Massimo Dutti, Bershka und Oysho.

Inditex gibt einen Ausblick auf die Weihnachtssaison

Da die meisten Unternehmen ihre Zahlen für die Black-Friday-Verkaufssaison erst Anfang nächsten Jahres veröffentlichen werden, gab das Update von Inditex den Anlegern einen wertvollen Einblick in die Lage des Einzelhandelssektors.

Weitere frühe Daten:

  • MasterCard: Die Ausgaben am Black-Friday-Wochenende in den USA stiegen um über 4 %, wobei die Online-Umsätze um 10 % zulegten.
  • Adobe Analytics: Die Online-Umsätze am Black Friday erreichten in den USA 11,8 Mrd. $, ein Plus von 9 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Kundenfrequenz: Käufer sind weniger geneigt, Geschäfte physisch zu besuchen, wobei erste Daten einen Rückgang der Kundenfrequenz am Black-Friday-Wochenende in den USA und Großbritannien zeigen.

Inditex' Strategie in der Fast Fashion

Der Modekonzern hat seine globale Filialanzahl auf 5.527 reduziert — fast 2.000 weniger als Ende 2019, bevor die pandemiebedingten Lockdowns die Branche trafen.

Anstatt auf Volumen setzt Inditex auf stark frequentierte Flagship-Stores mit Self-Checkout und nahegelegenen Logistikzentren. Dies senkt die Kosten und liefert eine höhere Produktivität pro Quadratmeter.

Inditex setzt auf schlanke Lagerbestände, minimales Marketing und schnell wechselnde Kollektionen, die nur in kleinen Chargen produziert werden. Dieses Modell hat sich gut gegen den Hauptkonkurrenten, den schwedischen Konzern H&M, bewährt, der auf stärkere Rabatte setzt.

Chinesische Herausforderer testen Geschäftsmodelle der Modebranche

Chinesische Online-Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress produzieren täglich Tausende neuer Styles und versenden sie direkt von den Fabrikhallen an die Verbraucher. Ultraschnelle Modezyklen und Tiefstpreise ziehen Nachfrage von H&M, Primark und sogar Inditex' Zara ab.

Doch dieses Modell bringt Qualitätsbedenken, Arbeitsbedingungsprüfungen und Umweltauswirkungen mit sich — noch mehr als bei traditioneller Fast Fashion.

Der regulatorische Druck steigt: Im Jahr 2024 gelangten fast 1,4 Milliarden Pakete mit einem Wert unter 800 $ zollfrei in die USA. Dieser Vorteil verschwand im August, als das Weiße Haus die Befreiung abschaffte. Die EU plant, ähnliche Befreiungen für günstige Pakete 2026 abzuschaffen, und verpflichtet Modehändler zudem, für die Entsorgung von Textilabfällen zu zahlen.

Was bei Fast-Fashion-Aktien zu beachten ist

  • Margen vs. Preisnachlässe: Margenresilienz signalisiert Preissetzungsmacht; Preisnachlässe erodieren die Rentabilität schnell.
  • Währung und Kosten: Währungsschwankungen können die Ergebnisse beeinflussen. Der starke Euro schmälerte den Umsatz von Inditex im Q3 um rund 4 %.
  • Filialmix: Flagship-Produktivität vs. Schließungen kleinerer Geschäfte ist ein wichtiger Trend.
  • Markenrisiko: Arbeitsstandards, Nachhaltigkeit und Produktqualität können Reputation und Performance beeinflussen.
  • Wer führt: Harter Wettbewerb für Inditex durch H&M, Primark, Uniqlo, Gap, ASOS und chinesische Plattformen.