Asiens Ölschock

3/30/2026

Asiens Ölschock
Asiens Ölschock

Tokio bereitet eine Verteidigung vor

Die asiatischen Volkswirtschaften spüren den Ölschock, und Japan steht an vorderster Front. Etwa 95% seines Öls wird aus dem Nahen Osten importiert, was das Land besonders anfällig macht, wenn die Versorgung aus dem Golf unterbrochen wird.

Japan kannte dieses Risiko gut. Bis Ende 2025 hatte es **mehr als acht Monate an **strategischen Ölreserven aufgebaut. Doch es geht mit schwachen Fundamentaldaten in diese Krise: die öffentlichen Finanzen sind angespannt, der Yen steht unter Druck, und Investoren sind beunruhigt über die Konjunkturpläne von Premierministerin Sanae Takaichi.

Der Yen bewegt sich derzeit um 160 zum Dollar, nahe seinem schwächsten Niveau seit vier Jahrzehnten. Offizielle haben gewarnt, dass spekulative Handelsaktivitäten "entschlossenes" Handeln erzwingen könnten — die bisher schärfste Wortwahl und ein deutlicher Hinweis darauf, dass eine Yen-Kaufintervention bevorstehen könnte.

Eine Zinserhöhung im April möglich

Die Bank of Japan behandelt den schwachen Yen zunehmend als Inflationsproblem. Gouverneur Kazuo Ueda hat erklärt, dass Währungsbewegungen Preise und Wachstum stark beeinflussen, insbesondere wenn die Treibstoffkosten steigen.

Der Ölschock hat Bedenken hinsichtlich einer Stagflation wieder aufleben lassen, bei der die Inflation steigt, obwohl die Wirtschaft schwächelt. Die Entscheidungsträger stehen vor einem schmalen Grat:

  • Ein schwächerer Yen treibt die Import- und Energiekosten in die Höhe
  • Höhere Zinssätze können die Währung stützen
  • Eine straffere Geldpolitik birgt jedoch auch das Risiko, das Wachstum weiter zu bremsen

Die BoJ ließ die Zinsen im März unverändert, könnte diese Entscheidung jedoch auf der Sitzung im April überdenken.

Asiens Ölschock

Asien spürt es zuerst

Dieser Ölschock trifft Asien härter als jede andere Region, und die Länder der Region werden wahrscheinlich auch die erste Welle des Inflationsdrucks zu spüren bekommen.

Die Region kauft mehr als 80% des Rohöls, das normalerweise durch die Straße von Hormus fließt, einen engen Engpass, durch den in normalen Zeiten etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasströme abgewickelt werden.

Die asiatischen Länder müssen nicht nur den Anstieg der Rohölpreise bewältigen. Sie stehen vor Treibstoffengpässen, die zu steigender Inflation, politischen Spannungen und Währungsdruck führen können.

Wie man den Energieverbrauch senken kann

Angesichts steigender Ölpreise und stark gestörter Versorgung erklärt die Internationale Energieagentur, dass Maßnahmen auf der Angebotsseite allein nicht ausreichen. Auch die Nachfrage muss sich anpassen.

Empfehlungen der IEA:

  • **Von zu Hause aus arbeiten, **wenn möglich
  • **Tempolimits **um mindestens 10km/h senken. Diese Methode wurde in den 1970er Jahren weitverbreitet eingesetzt.
  • **Öffentliche Verkehrsmittel fördern **anstelle der Nutzung privater Pkw. Fahrgemeinschaften bilden, wenn möglich.
  • Zufahrt von Autos in Städte durch Kennzeichenrotation einschränken.
  • Flugreisen vermeiden, insbesondere Geschäftsflüge.
  • Auf Induktion umsteigen statt Gasherde nutzen.

Energiesparmaßnahmen asiatischer Länder

Regierungen in ganz Asien haben bereits Maßnahmen zur Senkung der Nachfrage ergriffen. Viele haben Empfehlungen ausgesprochen, wie etwa die Klimaanlage herunterzudrehen und auf schweißtreibende Anzüge zu verzichten.

  • **Die Philippinen **haben den nationalen Notstand ausgerufen, die Arbeitswoche verkürzt und die Autonutzung im öffentlichen Sektor eingeschränkt.
  • Südkorea hat Fahrbeschränkungen im öffentlichen Sektor eingeführt und erwägt, diese erstmals seit dem Golfkrieg 1991 auf die gesamte Bevölkerung auszuweiten.
  • Pakistan hat Schulen für zwei Wochen geschlossen und Tempolimits gesenkt.
  • **Thailand **hat Beamte angewiesen, von zu Hause aus zu arbeiten.
  • **Bangladesch **hat die Eid-Feiertage verlängert und Schulen sowie Universitäten wochenlang geschlossen.
  • **Myanmar **hat Homeoffice-Mittwoche und abwechselnde Fahrtage eingeführt.

Diese Bemühungen zur Senkung des Energieverbrauchs wurden in einigen Ländern durch **Kraftsteuersenkungen, Subventionen **und Preisobergrenzen untergraben.