
4/8/2026


Die USA und der Iran haben sich auf einen zweiwöchigen Waffenstillstand geeinigt, der von Pakistan vermittelt wurde – nur wenige Stunden vor Ablauf der von Präsident Donald Trump gesetzten Frist. Das Abkommen umfasst die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, einer wichtigen Schifffahrtsroute, über die normalerweise 20 % des weltweiten Öl- und Flüssigerdgas-Verkehrs (LNG) abgewickelt werden.
Die Pause in dem sechs Wochen andauernden Krieg kam, nachdem Trump gedroht hatte, die "gesamte Zivilisation" des Iran zu zerstören und dabei Kraftwerke sowie andere wichtige Infrastruktur ins Visier zu nehmen. Israel, der US-Partner in diesem Krieg, hat zugestimmt, die Angriffe auf den Iran einzustellen, setzt aber seine Operation gegen den Libanon fort.
Formelle Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran sollen am Freitag in Islamabad, der Hauptstadt Pakistans, beginnen.

Die Energiemärkte klammerten sich sofort an die Hoffnung auf eine Normalisierung des globalen Ölverkehrs.
Realitätscheck: Rohöl wird nach wie vor deutlich über dem Vorkriegsniveau von 72 $ für Brent und 67 $ für WTI gehandelt. Dieser Ölpreisschock ist noch nicht vorbei.

Außerhalb des Energiesektors schlug die Stimmung in Risk-on um, wobei Anleger ihr Geld wieder in risikoreichere Anlagen umschichteten.
Die Straße von Hormus ist noch nicht vollständig geöffnet. Der Iran erklärt, er werde sie vor den Gesprächen am Freitag in "begrenztem" Umfang öffnen.
Sobald der Verkehr frei fließen darf, könnten rund tausend im Golf festsitzende Schiffe mit dem Auslaufen beginnen. Doch es ist weitaus schwieriger, leere Tanker zum Einlaufen und Beladen mit neuer Fracht zu bewegen, ohne Vertrauen in eine dauerhafte Sicherheit. Versicherer, Besatzungen und Reedereien benötigen alle Klarheit über einen zweiwöchigen Waffenstillstand hinaus, dessen Fortbestand nicht garantiert ist.
Große Reedereien haben erklärt, dass sie ihre Routen noch nicht ändern und die Risiken Tag für Tag neu bewerten werden. Tatsächliche Tankerbewegungen sind wichtiger als offizielle Erklärungen.
Präsident Trump hat die Idee eines "Joint Ventures" mit dem Iran ins Spiel gebracht, bei dem Schiffen Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus berechnet werden. Der Iran hat damit bereits auf eigene Faust begonnen, wobei einige chinesische Schiffe Berichten zufolge bis zu 2 Millionen Dollar für eine sichere Durchfahrt zahlen. Doch der Iran und die USA könnten bei den Gesprächen am Freitag Schwierigkeiten haben, eine gemeinsame Basis zu finden:
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