Fed gespalten

12/11/2025

Fed gespalten
Fed gespalten

Eine gespaltene Zinsentscheidung mit verwirrender Orientierung

Die Fed lieferte am Mittwoch eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte und senkte die Zielspanne auf 3,50%–3,75%, wie die meisten Anleger erwartet hatten. Doch das größere Problem ist das gespaltene Komitee hinter der Entscheidung.

Die Fed-Entscheidungsträger sind sich uneinig, welches der Mandate der Zentralbank, die Förderung stabiler Preise oder maximaler Beschäftigung, stärker gefährdet ist. Die Prognosen der Komiteemitglieder zu den Zinssätzen für die nächsten drei Jahre gehen stark auseinander. Wenn die Fed keine einheitliche Sichtweise präsentieren kann, verliert ihre Forward Guidance an Wirkung.

Für Anleger bedeutet das weniger Klarheit und mehr Volatilität.

Datenverzögerungen durch Regierungsstillstand lassen Fed im Ungewissen

Das Federal Open Market Committee (FOMC) beschloss eine Zinssenkung, wobei die Abstimmung 9-3 gespalten war und die Prognosen für die künftige Geldpolitik noch stärker auseinandergingen. Vorsitzender Jerome Powell bezeichnete die Sitzung als eine "knappe Entscheidung" und fügte hinzu, dass er "für beide Seiten hätte argumentieren können".

Der 43-tägige Regierungsstillstand in diesem Herbst verzögerte wichtige Inflations- und Arbeitsmarktdaten und hinterließ der Fed einen verschwommenen Blick auf die Wirtschaft. Diese Unsicherheit vertieft die internen Spaltungen:

  • Falken, Befürworter einer strafferen Geldpolitik, verweisen auf die hartnäckige Inflation.
  • Tauben, Befürworter einer lockeren Geldpolitik mit Zinssenkungen, heben den sich abschwächenden Arbeitsmarkt hervor.

Führungswechsel verstärkt die Unsicherheit

Jerome Powells Amtszeit als Fed-Vorsitzender endet im Mai, was es für Anleger noch schwieriger macht, den geldpolitischen Kurs einzuschätzen.

Präsident Donald Trump bereitet sich darauf vor, einen Nachfolger zu benennen, wobei einige potenzielle Kandidaten wiederholt in Medienberichten auftauchen:

  • Kevin Hassett: weithin als Favorit angesehen, befürwortet schnellere und größere Zinssenkungen
  • Kevin Warsh: ehemaliger Fed-Gouverneur mit potenziell restriktiver Haltung, Fokus auf Preisstabilität
  • Christopher Waller: amtierender Fed-Gouverneur mit pragmatischem Ansatz
  • Rick Rieder: leitender Angestellter bei BlackRock, würde einen marktorientierten Hintergrund im Bereich festverzinslicher Wertpapiere mitbringen

Wenn die Orientierung schwächer wird, steigt die Volatilität

Ein gespaltenes Komitee, lückenhafte Daten und ein bevorstehender Führungskampf verringern die Fähigkeit der Fed, Erwartungen zu verankern.

Das erhöht die Wahrscheinlichkeit stärkerer Schwankungen bei Anleiherenditen, zinssensitiven Aktien und Währungen, da Anleger auf jeden neuen Datenpunkt reagieren. Vermögenswerte mit langer Duration werden empfindlicher, und das Risiko eines geldpolitischen "Schleudertraumas" steigt, wenn kleine Überraschungen das Gleichgewicht zwischen Falken und Tauben verschieben.

In diesem Umfeld wird Forward Guidance weniger zu einer Landkarte und mehr zu einem Wetterbericht.

Der Machtwechsel bei der Fed

Mit dem Ende von Jerome Powells Amtszeit im Mai wägt das Weiße Haus Kandidaten für die Führung der US-Geldpolitik ab. Jeder bringt eine andere Perspektive auf Inflation, Zinssätze und Marktstabilität mit.