Bankensektor

1/16/2026

Bankensektor
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Rekordjahr, Märkte am Steuer

Bei den großen US-Banken war 2025 ein Spitzenjahr. Zusammen erzielten die Großbanken Rekorderlöse und -gewinne, wobei der eigentliche Motor die Wall-Street-Aktivitäten wie Dealmaking, Handel und investmentbezogene Gebühren waren, und nicht das klassische Zinsgeschäft.

  • Kapitalmarkt-, Beratungs- und Handelsgeschäfte trieben das Wachstum an.
  • Der Zinsüberschuss ist nach wie vor wichtig, aber der leichte Schub durch höhere Zinsen hat seinen Höhepunkt erreicht, da die Einlagenkosten aufholen.

Kurz gesagt: Das System ist gesund, profitabel und gut kapitalisiert – derzeit nur stärker markt- als kreditgetrieben.

Starke Fundamentaldaten, veränderte Treiber

Die Großbanken beenden das Jahr 2025 in solider Verfassung, aber der Gewinnmotor verlagert sich deutlich. Märkte und Gebührengeschäfte – Handel, Investment Banking und Vermögensverwaltung – treiben einen größeren Teil des Wachstums an, während das klassische Kreditgeschäft stabil, aber weniger aufregend aussieht, da der Zinsrückenwind nachlässt.

Die Strategien scheinen sich zwischen den Instituten auseinanderzuentwickeln, doch das gemeinsame Thema bleibt dasselbe: Große US-Banken werden zunehmend von Märkten und Gebühren angetrieben, nicht mehr allein vom traditionellen Kreditgeschäft.

Das Weiße Haus hat eine einjährige Obergrenze von 10% für Kreditkartenzinsen ab dem 20. Januar 2026 vorgeschlagen. Bei durchschnittlichen effektiven Jahreszinsen von über 20% und Kreditkarten als wichtigem Gewinnmotor für JPMorgan, Bank of America, Citi und Wells zielt die Maßnahme direkt auf ein margenstarkes Geschäft ab.

Es bedarf noch der Zustimmung des Kongresses, aber die Märkte nahmen es ernst – die Aktien der Großbanken fielen nach der Nachricht. Sollte eine Obergrenze durchkommen, werden die Banken den Schlag mit ziemlicher Sicherheit nicht einfach absorbieren: Sie würden fast sicher mit einer Verschärfung der Kreditvergabe, niedrigeren Limits, gekürzten Prämien und einer Verlagerung der Kreditnehmer zu anderen, weniger regulierten Kreditformen reagieren.

Starke Banken, neue politische Belastung

Derzeit sieht das Bild so aus:

  • Fundamentaldaten: Starke Kapitalausstattung, solide Gewinne (JPMs Nettogewinn von $57,5 Mrd. für 2025, BofAs $30,5 Mrd., Goldmans $17,18 Mrd.), ordentliche Kreditqualität und wachsende Gebühreneinnahmen aus Märkten, Vermögensverwaltung und Beratung.
  • Makrorisiken: Länger anhaltend höhere Zinsen und eine langsamere Wirtschaft, aber keine offensichtliche Krise.
  • Politisches Risiko: Eine ernsthafte Diskussion über die Deckelung von Kreditkartenzinsen, die direkt auf eines der profitabelsten Verbraucherprodukte der Branche abzielt.

Die Großbanken haben mit ziemlicher Sicherheit die Ertragskraft, um einen einjährigen Schock zu absorbieren, falls nötig, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie ihn einfach stillschweigend hinnehmen werden.

Für Investoren und politische Entscheidungsträger lauten die zentralen Fragen nun:

  • Wird eine 10%-Obergrenze oder etwas Ähnliches tatsächlich den Kongress passieren?
  • Falls ja, wie eng ist der Wortlaut gefasst, und welche Produkte sind wirklich betroffen?
  • Wie aggressiv reagieren die Banken mit einer Neubewertung von Risiken und einer Einschränkung der Kreditvergabe?

Die Antworten werden darüber entscheiden, ob dies als einmaliger Margendruck im Kreditkartengeschäft in einem ansonsten gesunden Sektor endet, oder ob es das Eröffnungskapitel einer grundlegenderen Neugestaltung des US-Verbraucherkredits und der Profitabilität der Großbanken darstellt.