
1/13/2026

Das Weiße Haus gab am 10. Januar 2026 bekannt, dass er eine einjährige Obergrenze für Kreditkartenzinsen von 10% fordert, die ab dem 20. Januar 2026 (dem Jahrestag seiner zweiten Amtseinführung) in Kraft treten soll. Obwohl dieser Vorschlag oft als "Obergrenze für Kreditkartengebühren" bezeichnet wird, zielt er tatsächlich auf die Zinssätze (effektive Jahreszinsen) ab, die Kartenherausgeber von Kreditnehmern verlangen können, und nicht auf die Interbankenentgelte, die Händler bei Transaktionen zahlen.
Gemäß dem Vorschlag würden die Zinssätze für Kreditkarten für ein Jahr auf 10% effektiven Jahreszins begrenzt – im Unterschied zu Interbankenentgelten (den "Swipe-Gebühren", die Händler zahlen, typischerweise 1,5%–3% des Transaktionswerts). Stand Januar 2026 liegen die durchschnittlichen Kreditkartenzinsen je nach Quelle bei etwa 19,7% bis 23,8%, wobei die Zinssätze für Kreditnehmer mit geringer Bonität und Kundenkarten oft 28-36% erreichen. Eine Obergrenze von 10% würde eine Reduzierung um mehr als 50% gegenüber den aktuellen Durchschnittszinsen bedeuten. Die Maßnahme würde eine Gesetzgebung durch den Kongress oder regulatorische Maßnahmen erfordern, da der Präsident nicht die einseitige Befugnis hat, eine solche Obergrenze zu verhängen, obwohl US-Präsident Donald Trump erklärte, dass Unternehmen "gegen das Gesetz verstoßen" würden, wenn sie sich nicht bis zu seiner Frist daran halten.
Für Verbraucher: Die Obergrenze könnte den Amerikanern laut einer Studie des Policy Accelerator der Vanderbilt University jährlich etwa 100 Milliarden Dollar einsparen, wobei Karteninhaber mit einem durchschnittlichen Saldo von 7.000 Dollar potenziell über 2.300 Dollar an Zinskosten während der Tilgungsperiode sparen könnten. Es wird jedoch erwartet, dass die Herausgeber darauf reagieren, indem sie die Kreditvergabestandards für Kreditnehmer mit Kredit-Scores unter 600 verschärfen, Prämienprogramme reduzieren oder abschaffen und möglicherweise höhere Jahresgebühren erheben, um entgangene Einnahmen auszugleichen. <br>
Für Banken: Zinserträge aus Kreditkarten machen einen erheblichen Teil der Einnahmen im Privatkundengeschäft aus, und Analysten prognostizieren, dass die Obergrenze die Erträge für kreditkartenlastige Portfolios um 20-40% reduzieren würde, was Banken dazu zwingt, sich durch verstärkte Fokussierung auf Transaktionsgebühren, Kostenoptimierung oder den Rückzug aus bestimmten Kundensegmenten anzupassen – wobei Regionalbanken besonders starkem Druck ausgesetzt sind. <br>
Für Händler: Minimale direkte Auswirkungen, da der Vorschlag auf Verbraucherzinsen und nicht auf Interbankenentgelte für Händler abzielt.
Befürworter argumentieren, dass die aktuellen Zinssätze – die von 15% vor der Pandemie auf heute 20-24% gestiegen sind – den 60% der Karteninhaber mit ausstehenden Salden untragbare Lasten auferlegen, wobei den Amerikanern allein im Jahr 2024 Zinskosten von 160 Milliarden Dollar berechnet wurden, und sie verweisen auf erfolgreiche Zinsobergrenzen in Frankreich und Deutschland als Beweis dafür, dass Verbraucherschutz und funktionsfähige Kreditmärkte koexistieren können.
Kritiker entgegnen, dass Zinsobergrenzen Kreditgeber dazu zwingen würden, die Bedienung von Kreditnehmern mit höherem Risiko einzustellen, die bei 10% nicht profitabel bedient werden können, was Verbraucher möglicherweise zu weniger regulierten Alternativen wie Kurzzeitkrediten drängen würde, und sie führen die 17%-Obergrenze in Arkansas als Beweis dafür an, dass strenge Grenzen einkommensschwächere Personen vom Zugang zu Kreditmärkten abschneiden können, während sie argumentieren, dass Marktwettbewerb den effektivsten Weg zu erschwinglichen Krediten bietet.
Eine Obergrenze von 10% würde den 175 Millionen Amerikanern mit Kreditkarten erhebliche finanzielle Entlastung bieten und gleichzeitig von den Banken eine grundlegende Umstrukturierung ihrer Geschäftsmodelle erfordern. Die Maßnahme stellt einen Kompromiss zwischen Erschwinglichkeit für aktuelle Karteninhaber und Kreditverfügbarkeit für Kreditnehmer mit höherem Risiko dar, insbesondere für solche mit Kredit-Scores unter 600. Angesichts erheblicher Unsicherheit bezüglich der Durchsetzungsmechanismen und der Frage, ob 10% eine Verhandlungsposition darstellen, ist die zentrale Frage, ob dies zu einer praktikablen Gesetzgebung wird oder hauptsächlich als politischer Druck dient, um einen Branchenkompromiss zu fördern.
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