
Geldpolitik beschreibt, wie eine Zentralbank (wie die Federal Reserve oder die Europäische Zentralbank) die Wirtschaft steuert, indem sie die Kosten und das Angebot von Geld in einer Volkswirtschaft verwaltet. Das Ziel ist es, die Inflation stabil zu halten (in wohlhabenden Volkswirtschaften meist bei etwa 2%). Manchmal wird dieses Ziel mit der Unterstützung von Wachstum und Beschäftigung kombiniert.
Wichtigste Instrumente:

Geldpolitik ist der Thermostat für die gesamte Wirtschaft.
Beispiel: Als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie senkten Zentralbanken die Zinsen drastisch und pumpten Geld in die Märkte. Aktien stiegen stark, die Kreditaufnahme boomte und die Immobilienpreise sprangen nach oben. So beeinflusst Geldpolitik Ihre Miete, Ihre Jobaussichten und Ihr Anlageportfolio.

Zentralbanker gehören zu den mächtigsten Amtsträgern der Welt. Doch Geldpolitik ist ein grobes, langsames Instrument. Zinsänderungen können Monate brauchen, um sich durch die Wirtschaft zu arbeiten, wobei die volle Wirkung oft erst nach etwa einem Jahr erkennbar wird.
Diese Verzögerung birgt das Risiko einer Überkorrektur: Zu starkes Straffen kann eine Volkswirtschaft in eine Rezession stürzen, gerade wenn die Inflation abzukühlen beginnt, während Stimulierung neue Preisschübe auslösen kann. Jahre des billigen Geldes können zudem Vermögensblasen aufblähen. Die Bilanzen der Fed und der EZB erreichten 2022 Rekordhöhen und werden noch immer abgebaut.
Die Aufgabe der Zentralbanker ist es, in Echtzeit mit unvollständigen Daten zu entscheiden. Bis die Inflation "behoben" ist, kann der Schaden durch die Heilung bereits im Gange sein.