Geld- & Fiskalpolitik

Geldpolitik

Geldpolitik

Was ist das? 

Geldpolitik beschreibt, wie eine Zentralbank (wie die Federal Reserve oder die Europäische Zentralbank) die Wirtschaft steuert, indem sie die Kosten und das Angebot an Geld in einer Wirtschaft verwaltet. Das Ziel ist es, die Inflation stabil zu halten (in wohlhabenden Volkswirtschaften üblicherweise bei etwa 2 %). Manchmal wird dieses Ziel mit der Förderung von Wachstum und Beschäftigung verbunden.

Wichtigste Instrumente:

  • Zinssätze: sie zu erhöhen ("Straffung der Geldpolitik") macht die Kreditaufnahme teuer; sie zu senken ("Lockerung") macht sie günstiger 
  • Geldmenge: Geld drucken oder aus dem System abziehen 
  • Quantitative Lockerung (QE): Anleihen kaufen, um Liquidität in die Märkte zu bringen 
  • Forward Guidance: mögliche politische Änderungen im Vorfeld ankündigen
Geldpolitik

Warum sollte mich das interessieren? 

Die Geldpolitik ist das Thermostat für die gesamte Wirtschaft.

  • Höhere Zinsen → Hypotheken, Kreditkarten und Unternehmenskredite werden teurer → die Ausgaben gehen zurück 
  • Niedrigere Zinsen → günstigere Kredite → mehr Ausgaben, Neueinstellungen und Investitionen 
  • Mehr Geld im System → Vermögenspreise (Aktien, Immobilien) steigen häufig 

Beispiel: Als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie senkten die Zentralbanken die Zinsen drastisch und pumpten Geld in die Märkte. Aktien schossen in die Höhe, die Kreditaufnahme boomte und die Immobilienpreise sprangen nach oben. So wirkt sich die Geldpolitik auf Ihre Miete, Ihre Jobaussichten und Ihr Anlageportfolio aus.

Geldpolitik

Wo ist der Haken? 

Zentralbanker gehören zu den mächtigsten Amtsträgern der Welt. Doch die Geldpolitik ist ein grobes, langsames Instrument. Zinsänderungen brauchen Monate, um sich in der Wirtschaft durchzusetzen, wobei die volle Wirkung oft erst nach etwa einem Jahr klar erkennbar ist.

Diese Verzögerung birgt das Risiko einer Überkorrektur: eine zu starke Straffung kann eine Wirtschaft in eine Rezession stürzen, gerade wenn die Inflation zu sinken beginnt, während Stimulierung neue Preissprünge auslösen kann. Jahre des billigen Geldes können außerdem Vermögenspreisblasen aufblähen. Die Bilanzen der Fed und der EZB erreichten 2022 Rekordhöhen und werden immer noch abgebaut.

Die Aufgabe der Zentralbanker besteht darin, in Echtzeit mit unvollkommenen Daten zu schätzen. Wenn die Inflation "behoben" ist, kann der Schaden durch die Kur bereits im Gange sein.