
Ein Veblen-Gut ist etwas, wovon Menschen mehr haben wollen, je teurer es wird. Ja, wirklich.
Es ist nach einem amerikanischen Ökonomen des 19. Jahrhunderts benannt, Thorstein Veblen, der feststellte, dass manche wohlhabenden Käufer ihre Ausgaben nutzen, um Status zu signalisieren – in dem, was er demonstrativen Konsum nannte. Anstatt die Menschen abzuschrecken, zieht der hohe Preis sie an.
Klassische Beispiele:

Veblen-Güter brechen die Grundregel: höherer Preis = geringere Nachfrage. Es ist ein wichtiges Konzept, das man verstehen sollte, wenn man in den Luxussektor investiert. Die begehrtesten Marken können ihre Preissetzungsmacht bewahren, selbst in unsicheren Märkten. Der schwindelerregend hohe Preis ist der Punkt.
Beispiel: Hermès hat seine Preise über Jahre hinweg stetig erhöht. Dennoch ist die Nachfrage nach der ikonischen Birkin Bag seit der Herstellung des ersten Modells im Jahr 1984 nicht abgeflaut. Sie hat sich verstärkt, zum Teil weil die Taschen mit einem höheren Preisschild noch exklusiver wirken.

Das funktioniert nur so lange, wie die Menschen an die Geschichte glauben. Wenn eine Marke zu verbreitet wird oder ihren besonderen Reiz verliert, sinkt ihre Begehrlichkeit.
Deshalb haben viele Luxusunternehmen ihre unverkauften Bestände in der Vergangenheit vernichtet. Diese Praxis ist seltener geworden, da Verbraucherproteste und Regulierung die Unternehmen dazu gezwungen haben, ihre nicht gewünschten Waren zu recyceln, wiederzuverwenden oder zu spenden.
Außerdem qualifiziert sich nicht jeder teure Artikel dafür. Ein teurer Laptop ist kein Veblen-Gut, wenn die Menschen ihn wegen der Rechenleistung kaufen. Selbst viele Luxusartikel erfüllen die Kriterien nicht, wenn sie in Massen produziert werden oder in Abschwungphasen oder bei Black-Friday-Aktionen üblicherweise rabattiert werden.