Geld- & Fiskalpolitik

Fiskalpolitik

Fiskalpolitik

Was ist das?

Fiskalpolitik bezeichnet die Art und Weise, wie eine Regierung die Wirtschaft über Ausgaben und Steuern steuert. Das Schlüsselwort ist hier "der Haushalt", nicht die Zinssätze (das ist die Aufgabe der Zentralbank).

  • Ausgaben: Infrastruktur, Gesundheitswesen, Sozialleistungen
  • Steuern: Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Mehrwertsteuer (MwSt.)
  • Defizite vs. Überschüsse: der Staat gibt mehr oder weniger aus, als er einnimmt

In einem Abschwung stimulieren Regierungen häufig die Wirtschaft, indem sie die Ausgaben erhöhen oder Steuern senken, um die Nachfrage anzukurbeln. In einer überhitzten Wirtschaft können sie das Gegenteil tun, um die Lage abzukühlen.

Fiskalpolitik

Warum sollte mich das interessieren?

Fiskalpolitik wirkt sich auch auf Ihr finanzielles Leben aus, und oft stärker, als Sie denken.

  • Arbeitsplätze: große Ausgabenprogramme können Beschäftigung schaffen
  • Lohnzettel: Steueränderungen wirken sich auf Ihr Nettoeinkommen aus
  • Preise: Stimulierungsmaßnahmen können die Nachfrage steigern und die Inflation nach oben treiben
  • Märkte: Aktien, Anleihen, Währungen und sogar der Immobilienmarkt reagieren auf Haushaltsentwürfe

Wenn eine Regierung den Ausgabenhahn öffnet, fließt Geld durch die Wirtschaft. Doch das kann auch lange Nachwirkungen haben, insbesondere in Form von Inflation und Staatsverschuldung.

Fiskalpolitik

Wo ist der Haken?

Fiskalpolitik kann wirkungsvoll, aber auch unübersichtlich sein.

  • Zeitverzögerung: bis Maßnahmen beschlossen sind (was manchmal Jahre dauern kann), kann sich die Wirtschaft bereits weiterentwickelt haben
  • Politik: Entscheidungen werden oft von Wahlen bestimmt, nicht von reiner Ökonomie und langfristiger Weitsicht
  • Schulden: Defizite erhöhen die Staatsverschuldung, die finanziert werden muss
  • Inflationsrisiko: zu viel Stimulierung kann die Wirtschaft überhitzen

Während Zentralbanken und Regierungen in der Regel unabhängig voneinander agieren, sind häufig sowohl Geldpolitik als auch Fiskalpolitik erforderlich, um Wachstum anzustoßen oder eine glühend heiße Wirtschaft abzukühlen.