Chip-König

10/16/2025

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TSMC zeigt: Chips sind die Währung im KI-Boom

Der weltgrößte Chiphersteller hat gerade die Gewinnprognosen übertroffen, und das nicht durch den Verkauf von GPUs oder die Einführung von Chatbots. Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) treibt im Stillen den gesamten KI-Boom an und fertigt Chips für alle, von Nvidia bis Apple.

Während der große Hype um KI-Technologie die Aktienkurse in die Höhe treibt, zeigen die Ergebnisse von TSMC, dass mit Silizium echtes Geld zu verdienen ist.

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Rekordergebnis für den Chiphersteller

  • Der Gewinn von TSMC im dritten Quartal stieg im Jahresvergleich um 39% und übertraf damit die Schätzungen und erreichte einen neuen Rekord.
  • Der Umsatz stieg ebenfalls um fast ein Drittel.
  • TSMC hob seine Umsatzwachstumsprognose für das Gesamtjahr an. Dies geschah nur drei Monate nach der letzten Prognoseanhebung.
  • Das Wachstum kommt von den kleinsten, fortschrittlichsten Chips, den Gehirnen hinter den heutigen KI-Beschleunigern und High-End-Smartphones.

Das Unternehmen hinter den Kulissen

Während Nvidia, das wertvollste Unternehmen der Welt, die Schlagzeilen beherrscht, ist es TSMC, das Nvidias Chips herstellt.

Ohne TSMCs Fertigungsanlagen oder Fabs wären diese GPUs nur Designkonzepte.

Da jeder Chips braucht, ist TSMC zu einem der wichtigsten Glieder in der globalen Technologiefertigung geworden.

Was ist eigentlich eine Fab?

Eine Fab (kurz für Fabrication Plant, Fertigungsanlage) ist der Ort, an dem Mikrochips physisch hergestellt werden. Es handelt sich um eine ultrareine, milliardenteure Anlage voller Maschinen, die mikroskopisch kleine Schaltkreise auf Siliziumwafer ätzen.

  • Chipdesigner (wie Nvidia, Apple oder AMD) entwerfen den Chip.
  • Fabs (TSMC) fertigen ihn tatsächlich.
  • Anlagenbauer (ASML) bauen die komplexen Lithografiemaschinen, die TSMC verwendet

Kurz gesagt: Designer entwerfen, Fabs fertigen.

Die Chipfertigung ist unglaublich kompliziert und schwer zu replizieren. Deshalb kontrolliert derjenige, der die Infrastruktur dahinter kontrolliert, die Zukunft der Computertechnik.

Heiße Chips, kalte Risiken

  • Geopolitik: Die Handels- und Technologiespannungen zwischen den USA und China bringen den taiwanesischen Chiphersteller in eine schwierige Lage. TSMC hat die Produktion nach Arizona und Japan ausgeweitet, um sich dagegen abzusichern.
  • Heimatrisiko: Mit Sitz in Taiwan läuft TSMC stets Gefahr, von einem Konflikt in der Region erfasst zu werden
  • Überinvestitionsrisiko: Wenn die KI-Nachfrage nachlässt, könnten neue Fabs halb leer stehen.
  • Kundenkonzentration: Abhängigkeit von Großkunden wie Apple und Nvidia
  • Schlüssellieferantenrisiko: Die niederländische ASML verfügt über einzigartige Lithografiefähigkeiten, die TSMC benötigt

Was das für Sie bedeutet

Die Ergebnisse eines einzelnen Unternehmens können oft eine umfassendere Geschichte erzählen. TSMC ist ein Barometer für die gesamte KI-Wirtschaft.

  • Der KI-Trend dreht sich nicht nur um Chatbots; es geht um Hardware-Infrastruktur.
  • Wenn die Nachfrage nach Chips steigt, profitieren Zulieferer, Anlagenbauer und Designer gleichermaßen.
  • Aber Vorsicht: Hohe Erwartungen sind bereits eingepreist. Selbst eine kleine Verlangsamung könnte die Aktien im gesamten Sektor zum Absturz bringen.