Hongkong-IPO-Boom

1/2/2026

Hongkong-IPO-Boom

Birens' glanzvolles Debüt gibt den Ton für 2026 an

Der chinesische KI-Chiphersteller Biren Technology legte bei seinem Hongkong-Debüt um 76% zu und startete damit fulminant ins Jahr 2026.

Birens Debüt war die beste Ersttagsperformance an der Hongkonger Börse seit 2021. Der Börsengang (IPO) brachte über 700 Millionen US-Dollar ein, wobei die Nachfrage von Privatanlegern fast 2.400-fach überzeichnet war.

Die Notierung folgt auf ein Rekordjahr 2025 für Hongkonger IPOs, in dem Chip- und KI-Unternehmen die Erholung des Marktes vorantrieben.

Hongkong-IPO-Boom

Hongkong erobert die IPO-Krone zurück

Hongkong führte im vergangenen Jahr die Ranglisten als Börse Nummer eins für Börsendebüts an, wobei Unternehmen über 34 Milliarden US-Dollar durch IPOs einsammelten. Das war das Dreifache des Betrags von 2024 und lag deutlich über den konkurrierenden US-Börsen NYSE und Nasdaq.

Es war das erste Mal seit 2019, dass Hongkong den Spitzenplatz einnahm.

Laut KPMG dürfte der Boom anhalten, da sich Anfang Dezember rekordverdächtige 316 aktive IPO-Anträge in der Pipeline befanden.

Warum Hongkong? Es ist ein Tor für internationale Investoren und bedient zugleich die wachsende inländische Nachfrage nach Aktieninvestments.

Wie Ant Group einen 3-jährigen IPO-Stopp auslöste

Nach Jahren strenger regulatorischer Prüfung war Chinas Listing-Pipeline nahezu zum Erliegen gekommen. Nun hat sich das Blatt gewendet. Peking will die Chip- und KI-Entwicklung beschleunigen, und Hongkong ist erneut zur Startrampe für neue Tech-Schwergewichte geworden.

Chinas IPO-Verlangsamung geht auf den Herbst 2020 zurück, als die Regulierungsbehörden die Börsennotierung der Alibaba-Tochter Ant Group nur einen Tag vor dem Debüt in Hongkong und Shanghai stoppten und damit den geplanten weltweit größten Börsengang zunichtemachten.

Dieser Schock löste ein fast dreijähriges hartes Durchgreifen gegen Big Tech aus, wobei Peking die Regeln für Fintech-Kredite, Plattformdominanz und IPOs verschärfte. Mit der Umsetzung von Reformen und der Neuausrichtung von Chinas politischen Zielen boomt der IPO-Markt wieder.

China im KI-Fieber

Während KI-Aktien an westlichen Märkten schwanken und die Angst vor einer Blase wächst, stürzen sich chinesische Anleger auf heimische Chiphersteller.

MetaX und Moore Threads feierten im vergangenen Monat ihr Debüt in Shanghai mit enormen Kurssprüngen am ersten Tag von rund 700% bzw. 400%.

Jüngste Chip-IPOs wurden von chinesischen Privatanlegern tausendfach überzeichnet.

Und weitere stehen kurz vor dem Börsengang, wobei Kunlunxin, das Chip-Venture des Tech-Giganten Baidu, ein Debüt in Hongkong vorbereitet. Das Unternehmen strebt eine Bewertung von bis zu 23 Milliarden US-Dollar an.

Risiken hinter dem KI-IPO-Boom

Birens IPO-Prospekt wies auf US-Exportkontrollen als wesentliches Risiko hin. Das Unternehmen wurde wie viele seiner Konkurrenten 2023 auf Washingtons Entity List gesetzt, was den Zugang zu fortschrittlicher Technologie einschränkt.

Der Wettbewerb verschärft sich, da auch Konkurrenten in Shanghai und Shenzhen IPOs anstreben. Nicht alle können erfolgreich sein. Der Aktienkurs von MetaX ist seit seinem Debüt vor nur wenigen Wochen bereits um 30 Prozent gefallen.

Für Anleger besteht die Herausforderung darin, transformative Technologie von Hype zu unterscheiden. Aus Pekings Sicht scheint die Strategie, strategische IPOs zu beschleunigen und eine heimische Chipindustrie aufzubauen, zu funktionieren — und sie setzt dabei nicht auf einen einzigen Champion.