US-Arbeitsmarkt

12/16/2025

US-Arbeitsmarkt
US-Arbeitsmarkt

Ein weiterer schwacher Monat

Die Gesamtzahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg im November um nur 64.000 und hat sich "seit April kaum verändert". Das ist ein ganz anderes Umfeld als die rasanten Beschäftigungszuwächse, die wir nach der Pandemie erlebt haben. Die Einstellungen sind zwar noch positiv, aber wir befinden uns viel näher an der Stagnationsgrenze als an einem boomenden Arbeitsmarkt.

Die Zuwächse, die es gab, waren eng begrenzt:

  • Gesundheitswesen: +46.000 (nach wie vor einer der zuverlässigsten Wachstumsmotoren)
  • Baugewerbe: +28.000, angeführt von spezialisierten Auftragnehmern im Nichtwohnungsbau
  • Soziale Dienste: +18.000, hauptsächlich im Bereich Einzel- und Familienbetreuung

Dem gegenüber standen:

  • Transport & Lagerhaltung: -18.000, wobei Kurier- und Botendienste die Einbußen verzeichneten
  • Bundesregierung: -6.000 im November, nach einem massiven Rückgang von 162.000 im Oktober aufgrund von aufgeschobenen Kündigungen, die von den Gehaltslisten gestrichen wurden

Höher als vor einem Jahr, Unterauslastung baut sich unter der Oberfläche auf

Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,6 %, nahezu unverändert gegenüber September, aber gestiegen von 4,2 % vor einem Jahr. Das entspricht 7,8 Millionen Arbeitslosen, gegenüber 7,1 Millionen im November des Vorjahres.

Unter der Oberfläche:

  • Die Zahl der Personen, die weniger als 5 Wochen arbeitslos sind, stieg um 316.000 auf 2,5 Millionen – ein Zeichen für vermehrte Entlassungen und Arbeitsplatzverluste in jüngster Zeit.
  • Die Langzeitarbeitslosigkeit (27+ Wochen) liegt stabil bei 1,9 Millionen, etwa 24,3 % aller Arbeitslosen, sodass das Problem derzeit eher in einer neuen Abschwächung als in verfestigter Arbeitslosigkeit liegt.
  • Die Erwerbsquote (62,5 %) und die Beschäftigungsquote (59,6 %) sind im Monats- und Jahresvergleich im Wesentlichen unverändert – keine große neue Welle von Menschen, die zurückkehren, aber auch kein starker Rückzug.

Eine Zahl sticht hervor: Die Zahl der Personen, die aus wirtschaftlichen Gründen Teilzeit arbeiten, sprang um 909.000 auf 5,5 Millionen. Das sind Arbeitnehmer, die Vollzeitstellen wollen, aber nicht die entsprechenden Stunden bekommen. Das ist oft ein frühes Anzeichen dafür, dass Arbeitgeber an den Rändern kürzen – erst die Stunden reduzieren, bevor sie Personal abbauen.

Druck lässt nach, steigt aber nicht an

Die durchschnittlichen Stundenlöhne für alle Beschäftigten im Privatsektor stiegen im Monatsvergleich um nur 0,1 % und um 3,5 % im Jahresvergleich. Für Produktions- und nicht leitende Angestellte war der Lohnanstieg etwas stärker (+0,3 % m/m), aber wir liegen immer noch deutlich unter dem Spitzenlohnwachstum, das früher im Zyklus zu beobachten war.

Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit stieg leicht auf 34,3 Stunden, aber die Arbeitsstunden und Überstunden im verarbeitenden Gewerbe blieben im Wesentlichen unverändert. Zusammen mit dem Anstieg der unfreiwilligen Teilzeitarbeit deutet dies weiterhin auf einen Arbeitsmarkt hin, in dem die Verhandlungsmacht wieder zu den Arbeitgebern wandert.

Störgeräusche durch den Shutdown, aber der Trend bleibt schwächer

Der Bericht wird auch durch den Shutdown der Bundesregierung erschwert, der vom 1. Oktober bis zum 12. November andauerte:

  • Es wurde kein Arbeitsmarktbericht für Oktober veröffentlicht, und die Datenerhebung/-verarbeitung für November verzögerte sich.
  • Beurlaubte Bundesbedienstete wurden in der Unternehmenserhebung weiterhin als beschäftigt gezählt, wenn sie für die Referenzwoche bezahlt wurden, was einige der ungewöhnlichen Schwankungen bei der Bundesbeschäftigung erklärt.

Selbst unter Berücksichtigung dieser Störfaktoren ist das allgemeine Muster klar: Das Beschäftigungswachstum hat sich verlangsamt, die Arbeitslosigkeit ist höher als vor einem Jahr, und die Unterauslastung unter der Oberfläche (Kurzzeitarbeitslose, unfreiwillige Teilzeit) baut sich allmählich auf.

Wie ist das zu interpretieren

Für politische Entscheidungsträger und Märkte stützt dieser Bericht das Narrativ eines sich langsam abkühlenden Arbeitsmarktes statt eines plötzlichen Einbruchs:

  • Nicht stark genug, um eine aggressive Straffung zu rechtfertigen.
  • Nicht schwach genug, um nach Rezession zu schreien, aber im Vergleich zu 2023 eindeutig in diese Richtung tendierend.

Für Anleger lautet die Erkenntnis, dass sich das "Spätzyklusgefühl" der Wirtschaft nun deutlicher in den Daten zeigt: eng begrenzte sektorale Beschäftigungszuwächse, schwächeres Beschäftigungswachstum, noch positives, aber nachlassendes Lohnwachstum und mehr Menschen, die sich mit weniger Arbeitsstunden zufriedengeben, als sie eigentlich möchten.