
4/10/2026


Die US-Verbraucherpreise stiegen im März um 3,3% im Jahresvergleich, ein deutlicher Anstieg gegenüber 2,4% im Februar und der höchste Stand seit Mai 2024. Auf Monatsbasis sprangen die Preise um 0,9%, der stärkste Anstieg seit fast vier Jahren.
Die Zahlen fielen etwas weniger gravierend aus als von Ökonomen befürchtet, markieren aber dennoch eine deutliche Trendwende nach Monaten rückläufiger Inflation. Der Ölschock, ausgelöst durch den Iran-Krieg, treibt nun weltweit die Preise in die Höhe.
Obwohl die USA der größte Ölproduzent der Welt sind, sind sie nicht immun gegen die globale Energiekrise.
Energie war natürlich der Haupttreiber des Inflationsanstiegs im März. Nachdem der Iran die wichtigste Öltankerroute der Welt, die Straße von Hormus, faktisch blockiert hatte, schossen die Ölpreise in die Höhe.
Die amerikanische Benchmark WTI notiert rund 50% höher als vor dem Krieg. Die durchschnittlichen US-Benzinpreise sind erstmals seit mehr als drei Jahren über 4 Dollar pro Gallone gestiegen, was die Transport- und Haushaltskosten in die Höhe treibt.
Die Ölpreise gaben nach der Ankündigung des zweiwöchigen Waffenstillstands etwas nach, doch der Verkehr durch die Meerenge bleibt stark eingeschränkt, was das physische Angebot knapp hält.
Selbst ohne die volatilsten Posten — Nahrungsmittel und Energie — stieg die Inflation leicht an. Der Kern-VPI stieg um 2,6% im Jahresvergleich, gegenüber 2,5% im Februar.
Das ist bedeutsam, weil es darauf hindeutet, dass sich die Kosten über den Kraftstoffbereich hinaus ausbreiten. Höhere Ölpreise verteuern **Diesel, Kerosin, Transportkosten **und Produktionsmittel, die dann in die gesamte Wirtschaft durchsickern. Auch die Nahrungsmittelproduktion leidet unter den Störungen bei Düngemittellieferungen aus dem Nahen Osten.
Ökonomen warnen, dass diese Zweitrundeneffekte oft zeitverzögert auftreten, was die Daten für April und Mai entscheidend macht.
Die Märkte reagierten gelassen, Aktien und Anleiherenditen bewegten sich kaum.
Innerhalb der Federal Reserve ist die Debatte schärfer. Jüngste Sitzungsprotokolle zeigen, dass die Verantwortlichen offen gespalten sind, ob ein anhaltender Energieschock erfordern würde:
Diese jüngsten Inflationszahlen werden die Debatte befeuern. Die pandemiebedingte Inflation sollte eigentlich nicht von Dauer sein, war es aber — über Jahre hinweg. Deshalb sind Zentralbanker vorsichtig, einen Ölschock als vorübergehende Delle in den Daten abzutun.
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