Fabrikwarnung

4/10/2026

Fabrikwarnung
Fabrikwarnung

Chinas Fabrikdeflation endet endlich

Chinas Erzeugerpreise stiegen im März um 0,5% im Jahresvergleich, der erste Anstieg seit mehr als drei Jahren. Damit endet eine lange Deflationsphase, die durch Überkapazitäten und aggressive Preissenkungen in allen Branchen ausgelöst wurde.

Erzeugerpreise, auch als Ab-Werk-Preise bekannt, sind die Preise, die Fabriken erhalten, bevor ihre Waren die Geschäfte oder Kunden erreichen. Deshalb sind Erzeugerpreise ein Frühindikator für steigende oder fallende Kosten in der Wirtschaft. Wenn die Preise in China, dem weltweit größten Hersteller, steigen, kann dies darauf hindeuten, dass sich der Inflationsdruck über die Energiemärkte hinaus ausbreitet.

Ökonomen verweisen auf einen Hauptauslöser: den Ölschock im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg.

Warum das keine gute Nachricht ist

Langsam steigende Preise nach einer langen Deflationsphase gelten normalerweise als gesund. Doch dieser Anstieg wird durch höhere Kosten getrieben, nicht durch stärkere Nachfrage.

Energieintensive Sektoren verzeichneten die stärksten Anstiege, da der Angebotsschock auf Metalle, Chemikalien und Fertigungsvorprodukte durchschlug.

Es ist nicht nur der Ölmarkt, den der Iran-Krieg und die faktische Schließung der Straße von Hormus gestört haben. Viele andere Rohstoffe sind inzwischen ebenfalls knapp, darunter Schwefelsäure, die für die Metallgewinnung entscheidend ist.

Was ist "Anti-Involution"?

Chinesische Entscheidungsträger sprechen häufig von "Involution." Es ist ein lokaler Begriff für destruktiven Wettbewerb, bei dem Unternehmen die Preise nur senken, um zu überleben, selbst wenn niemand Geld verdient.

Die Anti-Involutions-Kampagne zielt darauf ab, Überkapazitäten einzudämmen, Preiskämpfe zu unterbinden und Gewinne zu stabilisieren. Auf dem Papier sollten steigende Erzeugerpreise ein Zeichen dafür sein, dass die Kampagne erfolgreich war.

Doch wenn die Inflation über einen globalen Energieschock importiert wird, werden die Daten verzerrt, und es wird für Peking deutlich schwieriger, fundierte politische Entscheidungen zu treffen.

Fabrikwarnung

Preise für sofortige Öllieferungen steigen sprunghaft

China importiert rund 70% seines Ölverbrauchs, sodass höhere Preise schnell in den Fabrikkosten sichtbar werden.

Die Ölknappheit ist nicht mehr theoretisch. Rohöl zur sofortigen Lieferung aus der Nordsee beispielsweise ist stark gestiegen. Forties Blend, ein Spotpreis-Benchmark, erreichte am Donnerstag fast 147 Dollar pro Barrel, weit über den Brent-Futures bei rund 97 Dollar. Diese Differenz spiegelt wider, dass Raffinerien verzweifelt nach Fässern suchen, die sie jetzt sichern können, nicht erst später.

Der zweiwöchige Waffenstillstand sollte die Straße von Hormus wieder öffnen, doch der Verkehr liegt weiterhin deutlich unter 10% des normalen Niveaus. Der Waffenstillstand selbst war bestenfalls fragil. Die Golfstaaten haben zudem langfristige Schäden an ihren Ölanlagen erlitten, was den Inflationsdruck weltweit verstärkt.