
12/19/2025

Laut Joanne Hsu, Direktorin der Surveys of Consumers, ist die Stimmung im Dezember gegenüber November nur geringfügig gestiegen, und zwar deutlich innerhalb der Fehlermarge. Das ist wichtig: Es bedeutet, dass wir keinen echten Wendepunkt nach oben erleben, sondern eher eine moderate Stabilisierung nach einem langen Rückgang.
Die Daten bestätigen stillschweigend das K-förmige Narrativ, das wir auch anderswo beobachten:
Das ist ein bekanntes Muster: Diejenigen, die unter größerem Druck stehen, reagieren am stärksten auf Veränderungen bei Benzinpreisen, Löhnen und Inflationsschlagzeilen, sodass jede wahrgenommene Entlastung bei ihnen stärker ins Gewicht fällt. Besserverdienende mit größerem finanziellen Polster reagieren kurzfristig weniger stark.
Gleichzeitig verschlechterten sich die Kaufbedingungen für langlebige Güter den fünften Monat in Folge. Das betrifft hochpreisige Artikel – Autos, Haushaltsgeräte, Möbel. Wenn sich Menschen unter Druck gesetzt oder unsicher fühlen, kürzen sie genau dort zuerst. Selbst wenn sich also einige Erwartungen verbessern, verschlechtert sich die Bereitschaft, für "große Anschaffungen" Geld auszugeben, weiterhin.

Es gibt erste positive Anzeichen:
Doch dann kommt die entscheidende Aussage: 63 % der Verbraucher erwarten nach wie vor, dass die Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr steigen wird. Das ist keine kleine Minderheit; das ist eine solide Mehrheit, die sich faktisch auf einen schwächeren Arbeitsmarkt einstellt.
Anders ausgedrückt: Die Haushalte sagen: "Für mich persönlich könnte es etwas besser werden, aber ich erwarte dennoch, dass sich die Gesamtwirtschaft abschwächt."
Die Inflationsgeschichte ist differenzierter und für die Fed stillschweigend wichtig:
Die Inflationserwartungen für das kommende Jahr fielen den vierten Monat in Folge auf 4,2 %.- Das ist der niedrigste Stand seit 11 Monaten, liegt aber immer noch deutlich über dem Wert von 3,3 % vom Januar.
Die langfristigen Inflationserwartungen sanken von 3,4 % auf 3,2 % und erreichten damit das Niveau vom Januar 2025.- Zur Einordnung: Die Erwartungen bewegten sich im vergangenen Jahr zwischen 2,8 % und 3,2 % und lagen 2019–2020 unter 2,8 %.
Die Öffentlichkeit reduziert also allmählich ihre Inflationsängste, hat aber noch nicht vollständig an ein "zurück zu 2 % und erledigt"-Narrativ geglaubt. Aus Sicht der Fed ist das ein zweischneidiges Schwert: Fortschritt, aber kein Sieg. Verankerte Erwartungen sind entscheidend für langfristige Preisstabilität, und wir bewegen uns immer noch oberhalb der Komfortzone vor der Pandemie.
Zusammengenommen ergibt sich für Dezember folgendes Stimmungsbild:
Für politische Entscheidungsträger spricht dies für einen vorsichtigen, datenabhängigen Kurs: Die Fortschritte bei der Inflation fließen in die Erwartungen ein, aber das Vertrauen ist fragil und die Arbeitsmarktsorgen sind in den Köpfen der Haushalte sehr real.
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