
5/8/2026


Sony und Nintendo haben am Freitag mit ihren Quartalszahlen dieselbe Botschaft vermittelt: Der Speichermangel ist ein echtes Problem für die Videospielbranche.
Sony erwartet, dass die jährlichen Gaming-Umsätze um 6% sinken, und erklärte, die Prognose hänge davon ab, Speicher zu "angemessenen Preisen" zu sichern. Im März-Quartal wurden 1,5 Millionen PS5-Spielkonsolen verkauft, ein Rückgang von 46% gegenüber dem Vorjahr, nachdem die Preise um $100 angehoben wurden. Der Engpass bei Speicher und Datenspeicherung war der Grund für die Preiserhöhung.
Nintendo hat unterdessen die Preise der Switch 2 um $50 erhöht und seine Absatzprognose gesenkt. Die Switch 2, die erst letzten Juni auf den Markt kam, soll nun in diesem Geschäftsjahr voraussichtlich 16,5 Millionen Einheiten verkaufen — ein Rückgang von 17% gegenüber dem Vorjahr.
Wenn Unternehmen "memory" sagen, meinen sie in der Regel zwei Dinge:
KI-Rechenzentren benötigen speziellen Premium-Speicher (insbesondere HBM, eine Hochgeschwindigkeitsart von Kurzzeitspeicher, der mit KI-GPUs verwendet wird). Speicherhersteller verlagern Fabrikkapazitäten in Richtung dieses margenstarken KI-Speichers, und alle anderen werden verdrängt und zahlen oft mehr für weniger.
Dieser Engpass ist kein "Nur-für-Gamer"-Problem. Alle smarten Geräte brauchen Speicher: Telefone, PCs, Server, Router — sogar Autos.
Das Ergebnis: Hersteller von Unterhaltungselektronik konkurrieren mit Cloud-Giganten wie Microsoft und Google, die über tiefere Taschen und stärkere Verhandlungsmacht verfügen.

Die Speicherchipbranche ist berüchtigt für brutale Zyklen: Preise steigen sprunghaft, Unternehmen überinvestieren, dann brechen die Preise ein. Einige Analysten argumentieren nun, dass die KI-Ära das Boom-Bust-Muster glätten könnte.
Warum? Große KI-Käufer drängen auf Mehrjahresverträge (drei bis fünf Jahre, statt Quartal-für-Quartal-Verhandlungen), um sich Lieferungen zu sichern. Chiphersteller sagen, das Kundenverhalten verlagere sich hin zu Versorgungssicherheit statt Preis.
Der Wettlauf ist so intensiv, dass einige Großkunden Berichten zufolge sogar die Finanzierung ganzer Produktionslinien oder teurer Anlagen für den koreanischen Chiphersteller SK Hynix ins Spiel gebracht haben.
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