
11/17/2025


Japans Wirtschaft schrumpfte zum ersten Mal seit sechs Quartalen, im dritten Quartal um 1,8% im Vergleich zum Vorjahr. Auf Quartalsbasis schrumpfte das BIP um 0,4%.
Der Schuldige? Hauptsächlich die US-Zölle. Japanische Unternehmen versuchten, die Preise zu senken, um den Schlag abzufedern, aber die Exporte bremsten dennoch das Wachstum.
In diesem Quartal wird eine gewisse Entlastung erwartet, nachdem das US-Japan-Abkommen die Zölle auf fast alle japanischen Waren im September auf 15% gesenkt hat. Zuvor hatten die USA deutlich höhere Sätze erhoben: 27,5% auf Autos und 25% auf die meisten anderen Produkte.
Japanische Automobilhersteller wurden besonders hart getroffen. Unternehmen wie Toyota, Nissan und Honda hatten kurz vor Inkrafttreten der Zölle noch eilig Autos exportiert und sahen nun die Lieferungen einbrechen.
Der private Konsum wuchs um 0,1%. Winzig, ja — aber es ist dennoch einer der wenigen Lichtblicke im Bericht. Die Haushalte werden durch höhere Lebensmittelkosten belastet, dennoch gaben sie gerade genug aus, um die Zahl nach oben zu bewegen. Auch der Staatskonsum trug einen matten Glanz bei, da die öffentlichen Ausgaben einen Teil des Rückgangs ausgleichen halfen.
Die japanische Regierung bereitet unter der neuen Premierministerin Sanae Takaichi ein umfangreiches Hilfspaket vor.
Das Konjunkturpaket soll größer als 17 Billionen Yen (über 100 Milliarden Dollar) ausfallen, wie der japanische Finanzminister am Sonntag bestätigte. Einige wichtige Regierungsberater drängen Berichten zufolge auf noch höhere Summen.
Das Ziel: Haushalten bei der Bewältigung steigender Kosten helfen und der Wirtschaft einen kräftigen Wachstumsschub geben. Takaichi ist eine Befürworterin der Abenomics, eines konjunkturfördernden Regierungsansatzes, der vom ehemaligen Premierminister Shinzo Abe vorangetrieben wurde.
Die neue Premierministerin wird später in dieser Woche mit dem Gouverneur der Bank of Japan, Kazuo Ueda, zusammentreffen — ihr erstes formelles Treffen seit Amtsantritt.
Die Zentralbank ist unabhängig, aber Takaichi hat deutlich gemacht, dass sie eine lockere Geldpolitik zur Unterstützung ihrer Konjunkturpläne wünscht. Ueda hingegen hat eine mögliche Zinserhöhung bereits im nächsten Monat angedeutet.
Dies sind gegensätzliche Ansätze: Die eine Seite drängt auf billiges Geld und Wachstum, die andere hat eine straffere Geldpolitik zur Eindämmung der Inflation im Blick. Investoren beobachten genau, welchen Weg Japan einschlägt.
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