Steuerkehrtwende

11/14/2025

Steuerkehrtwende
Steuerkehrtwende

Berichte über Kehrtwende bei Steuern belasten Gilt-Markt

Die britische Regierung wird voraussichtlich Pläne zur Erhöhung der Einkommensteuersätze im Haushalt vom 26. November fallen lassen.

  • Gilts stark getroffen: Die Renditen längerer Laufzeiten stiegen um bis zu 14 Basispunkte.
  • Pfund gab nach: minus 0,5%, erreichte 2,5-Jahres-Tiefs gegenüber dem Euro
  • Britische Aktien fielen: Der FTSE 100 Index verlor fast 2%, angeführt von Banken

Die Märkte waren davon ausgegangen, dass Schatzkanzlerin Rachel Reeves eine Erhöhung der Steuersätze vorbereitete, nachdem sie dies nicht ausgeschlossen und gewarnt hatte: "Wir müssen alle einen Beitrag leisten." Doch am Freitag informierten Regierungsquellen die Medien, dass besser als erwartete Prognosen Steuererhöhungen unnötig machten — eine Botschaft, der die Anleger mit Skepsis begegneten.

Die Steuer, die niemand anzurühren wagt

Eine Erhöhung des Grundsteuersatzes der Einkommensteuer wurde seit einem halben Jahrhundert vermieden, weil Politiker sie als schnellen Weg zu einer Wahlniederlage betrachten. Reeves signalisierte Bereitschaft, das Tabu zu brechen — bevor sie einen Rückzieher machte.

  • Warnung der Ökonomen: Das Institute for Fiscal Studies und andere argumentieren, dass höhere Einkommensteuern notwendig sind, um die Haushaltslücke zu schließen.
  • Politisches Risiko: Die Labour-Partei versprach, keine Steuern für "arbeitende Menschen" zu erhöhen.
  • Wirtschaft vs. Wählbarkeit: Dieser Zielkonflikt steht nun im Vorfeld des Haushalts im Mittelpunkt.

Die jüngste Kehrtwende ließ Anleger fragen, wie die Regierung plant, die Staatskasse auszugleichen.

Durchsickern lassen, testen, zurückrudern: Ein britisches Fiskalritual

Britische Politiker deuten häufig schwierige politische Entscheidungen an oder lassen Vorschläge an die Medien durchsickern, von Steuererhöhungen bis zu Ausgabenkürzungen, nur um zurückzurudern, wenn die Gegenreaktion zu stark ist.

Signale vor dem Haushalt sind ein strategisches Instrument: Sie ermöglichen es Ministern, die Reaktionen der Öffentlichkeit und der Märkte zu testen, ohne sich festzulegen.

Einkommensteuererhöhungen, Rentenreformen und Änderungen der Kraftstoffsteuer wurden alle in vergangenen Zyklen ins Gespräch gebracht und dann fallen gelassen.

Das kann nach hinten losgehen. Kehrtwenden mögen Wähler kurzzeitig besänftigen, aber sie verunsichern die Märkte und untergraben das Vertrauen in die Wirtschaft

Was sind Gilts und warum sind sie wichtig?

Gilts sind britische Staatsanleihen — die Schuldscheine, die der Staat verkauft, um Geld aufzunehmen. Anleger kaufen sie, und im Gegenzug verspricht der Staat, Zinsen zu zahlen und das Geld später zurückzugeben.

  • Wenn die Gilt-Preise fallen, steigen die Renditen (Zinssätze), was bedeutet, dass es den Staat mehr kostet, sich Geld zu leihen
  • Anleger beobachten Gilts wie Falken: Sie sind ein Lackmustest dafür, ob der Haushalt der Regierung solide aussieht
  • Warum Sie das interessieren sollte: Wenn die Kreditkosten steigen, kürzen Regierungen oft Ausgaben oder erhöhen andere Steuern, was sich auf das tägliche Leben auswirken kann

Kurzer Fakt: Das Wort "Gilt" stammt vom goldenen Rand alter britischer Anleihezertifikate.

Lehren aus 2022: Gilts können Regierungen stürzen

Im September 2022 versprachen Premierministerin Liz Truss und Schatzkanzler Kwasi Kwarteng die größten Steuersenkungen Großbritanniens seit den 1970er Jahren, finanziert durch mehr Schulden. Die Märkte bewerteten dies als fiskalisch unverantwortlich.

  • Gilts brachen ein: Die Kreditkosten stiegen sprunghaft an und zwangen die Bank of England zum Eingreifen.
  • Sterling stürzte ab: Das Pfund fiel auf ein Allzeittief gegenüber dem Dollar.
  • Hypothekenschock: Kreditgeber zogen Produkte zurück, und die Zinsen für zweijährige Festzinsbindungen stiegen auf über 6%.

Dieser sogenannte Mini-Haushalt wurde schnell zurückgenommen, die Premierministerin in Rekordzeit aus dem Amt gedrängt, und einige der extremen Marktbewegungen kehrten sich um. Aber die Kreditkosten blieben noch lange danach erhöht. Seitdem sind britische Politiker bestrebt, die Anleger bei Laune zu halten.

Wenn nicht Einkommensteuer, was dann?

Da Einkommensteuersätze offenbar vom Tisch sind, muss die britische Regierung andere Wege finden, um Einnahmen zu erzielen.

  • Einkommensteuerfreibeträge: Das Einfrieren oder sogar Senken von Steuerfreibeträgen würde mehr Arbeitnehmer in höhere Steuerklassen ziehen. Könnte Milliarden einbringen, trifft aber Geringverdiener am härtesten.
  • Flickenteppich aus Abgaben: Kleinere Steuern können leichter umgangen werden und können Folgewirkungen auf Unternehmen usw. haben.
  • Ausgabenkürzungen: Reeves hat tiefe Einschnitte bei Kapitalinvestitionen angedeutet, um die Haushaltsregeln einzuhalten.
  • Unternehmenssteuern: Labours vorheriger Haushalt zielte auf Unternehmensabgaben ab; weitere könnten folgen.