Ungarische Abstimmung

4/13/2026

Ungarische Abstimmung
Ungarische Abstimmung

Eine neue Ära für Ungarn

Ungarns Wahl beendete 16 aufeinanderfolgende Jahre der Herrschaft von Viktor Orbán. Peter Magyars Mitte-rechts-Partei Tisza gewann eine Zweidrittel-Supermehrheit, die der neuen Regierung die Macht gibt, die Verfassung neu zu schreiben.

Die Märkte begrüßten den überraschend klaren Sieg sofort. Der Forint sprang um 2,5% (eine enorme Tagesbewegung an den Devisenmärkten) und erreichte den stärksten Stand gegenüber dem Euro seit vier Jahren. Aktien in Budapest stiegen um 5%. Die Renditen von Staatsanleihen fielen.

Investoren setzen darauf, dass diese Wahl Milliarden von Euro freigeben könnte, die von der EU wegen Korruptions- und Rechtsstaatlichkeitsstreitigkeiten eingefroren wurden.

Europas €35-Mrd.-Frage

Die EU hat rund €35 Milliarden an Mitteln für Ungarn eingefroren. Brüssel hat das Geld an 27 Bedingungen geknüpft, hauptsächlich in Bezug auf Korruption und richterliche Unabhängigkeit.

Als neuer Premierminister sagt Magyar, er werde schnell handeln, um:

  • Der Europäischen Staatsanwaltschaft beizutreten
  • Die Beziehung zur EU und zur Nato wiederherzustellen
  • Gerichte und das öffentliche Beschaffungswesen zu reformieren, als Teil des Kampfes gegen Korruption
  • Orbáns Unterstützer in staatlich kontrollierten Institutionen zu ersetzen

Wenn diese Reformen greifen, könnten die EU-Mittel freigegeben werden, beginnend mit Wiederaufbaufonds zur Wachstumsförderung. Eine** Euro-Mitgliedschaft** anzustreben steht nun ebenfalls wieder auf der politischen Agenda, ist aber noch Jahre entfernt.

Keine Blankoschecks

Investoren sind optimistisch, aber die EU-Beamten bleiben vorsichtig. Verfassungsreformen sind bekanntermaßen schwer umzusetzen.

Als der pro-europäische Premierminister Donald Tusk in Polen an die Macht zurückkehrte, gab die EU schnell eingefrorene Mittel frei, aber die Unabhängigkeit der Richter und andere Reformen sind aufgrund einer politischen Pattsituation ins Stocken geraten.

Magyar wird zuerst liefern und dann bezahlt werden müssen. Sein überwältigender Wahlsieg gibt dem neuen Premierminister die Macht, große Reformen durchzusetzen, wenn er sich dafür entscheidet.

Warum diese Wahl für die Ukraine wichtig ist

Orbáns Ungarn war ein großer Blockierer der EU-Unterstützung für die Ukraine, einschließlich eines €90-Mrd.-Darlehens und neuer Sanktionen gegen Russland. Das könnte sich nun ändern.

Wenn die Unterstützung für die Ukraine freier fließt, würde dies Entscheidungen freigeben, die die EU seit Monaten aufgeschoben hat, und möglicherweise Türen für andere Formen der Unterstützung öffnen. Dies könnte erhebliche geopolitische Auswirkungen haben.

Es könnte auch die europäische Verteidigungsindustrie weiter stärken, die bereits im vergangenen Jahr zu den besten Performern unter den Aktien gehörte.

Kann Geld die Wirtschaft retten?

Ungarns Wirtschaft steckt seit drei Jahren in der Stagnation. Das EU-Geld würde direkt in Investitionen, Infrastruktur und Arbeitsplätze fließen.

Analysten sagen, die Finanzierung könnte:

  • Die Staatsverschuldung stabilisieren
  • Das Haushaltsdefizit verringern
  • Das Wachstum wieder auf das Niveau regionaler Vergleichsländer oder darüber heben

Aber Korruption verschwindet nicht über Nacht. Ungarn belegte im globalen Korruptionsindex von Transparency International 2025 den letzten Platz unter den EU-Mitgliedern und lag weltweit auf Platz 84. Geld allein beseitigt keine institutionellen Schäden.