Konjunkturbarometer Industrie

3/2/2026

Konjunkturbarometer Industrie
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US-Fabriken bleiben auf Wachstumskurs

Das verarbeitende Gewerbe in den USA expandierte im Februar erneut, doch es war keine Ehrenrunde, sondern eine seltene Erscheinung. Der ISM Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (PMI) lag bei 52,4, knapp unter dem Januarwert von 52,6, und markierte damit den zweiten Monat in Folge über 50 nach einer langen Phase überwiegend "mäßiger" Berichte.

Eine kurze Erklärung: Der PMI setzt sich aus Auftragseingängen, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Lagerbeständen zusammen. Werte über 50 sind gut, unter 50 weniger gut.

Aufträge strömen herein, Auftragsrückstände wachsen

Das "Warum" hinter der Expansion ist die Nachfrage. Die Auftragseingänge blieben mit 55,8 stark, und die Auftragsrückstände sprangen auf 56,6, ihren höchsten Stand seit 2022. Das ist bedeutsam, denn Auftragsrückstände sind im Grunde die Fabrikversion von "wir sind ausgebucht."

Noch besser für die künftige Produktion: Die Lagerbestände der Kunden blieben im Bereich "zu niedrig" (38,8). Wenn die Regale leer sind, stocken Unternehmen in der Regel auf, und das kann die Produktion auch dann auslasten, wenn das Tempo etwas nachlässt.

Rohstoffpreise heizen sich plötzlich wieder auf

Nun zur überraschenden Wendung: Die Fabriken wachsen zwar, aber sie zahlen dafür einen hohen Preis. Der Preis-Index schnellte auf 70,5 hoch, den höchsten Stand seit Juni 2022. Das ist nicht subtil, es ist ein Kostenschub.

Befragte verwiesen auf steigende Metallpreise (insbesondere Stahl und Aluminium) sowie zollbedingten Druck, der sich in den Preismitteilungen der Lieferanten bemerkbar macht. Wenn die Inputkosten sprunghaft steigen, müssen Unternehmen entweder den Margenrückgang hinnehmen, die Preise erhöhen oder bei der Beschaffung kreativ werden. Keine dieser Optionen ist "kostenlos."

Produktion wächst, Beschäftigung hinkt weiter hinterher

Die Produktion blieb im Expansionsbereich (Produktion 53,5), doch die Dynamik ließ gegenüber Januar nach. Und die Einstellungsbereitschaft bleibt die Schwachstelle: Die Beschäftigung verbesserte sich auf 48,8, verharrte jedoch im Kontraktionsbereich, wobei viele Unternehmen angaben, dass ein zurückhaltendes Personalmanagement weiterhin die Norm sei.

Unterdessen verlangsamten sich die Lieferzeiten erneut (55,1), und die Importe stiegen auf 54,9. Zusammengenommen liest sich das so: Die Nachfrage verbessert sich, die Lieferketten sind etwas zäher, und die Unternehmen bleiben vorsichtig beim Personalaufbau.