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Hormuz-Konfrontation

5/26/2026

Hormuz-Konfrontation
Hormuz-Konfrontation

Abkommen in Sicht, trotz Verstößen

Ein fragiler Waffenstillstand hält auf dem Papier, aber nicht vor Ort. Iran wirft den USA eine "grobe Verletzung" vor, nachdem die USA Angriffe auf Raketenabschussrampen und Minenlegeboote durchgeführt haben.

Beide Seiten haben Fortschritte bei den Friedensgesprächen signalisiert und stehen möglicherweise nur noch Tage vor einem Abkommen, das den Verhandlungsführern 60 zusätzliche Tage zur Klärung von Details zu Irans Atom- und Raketenprogrammen, Sanktionen, eingefrorenen Geldern und der Finanzierung militanter Gruppen geben soll. Das Abkommen soll die Straße von Hormus öffnen, eine kritische Schifffahrtsroute, wobei Iran die Minen räumt und zusagt, keine Durchfahrtsgebühren zu erheben.

Es bleibt jedoch ungewiss, ob die Parteien zu einer Einigung kommen können. Der US-Verbündete Israel erklärte, er werde die Angriffe auf die vom Iran unterstützte Hisbollah im Libanon intensivieren.

Hormuz-Konfrontation

Engpass der Weltwirtschaft

Die kritischste Frage für Märkte und Volkswirtschaften weltweit ist, wann die Straße von Hormus geöffnet wird. Rund 20% des weltweiten Öl- und Gasaufkommens fließen normalerweise durch diese enge Passage.

  • Brent-Rohöl stieg zu Beginn des Krieges kurzzeitig über $120 pro Barrel.
  • Die Preise schwanken bei jeder Schlagzeile weiterhin stark.
  • Iran schränkt den Verkehr in der Meerenge weiterhin stark ein, wobei weniger als 10 Schiffe pro Tag die Passage durchfahren. Vor dem Krieg passierten täglich rund 140 Schiffe die Meerenge.

Weniger Angebot bedeutet höhere Preise für Treibstoff, Schifffahrt und Energierechnungen weltweit. Laut der Internationalen Energieagentur ist dies der schlimmste Ölpreisschock aller Zeiten. Rund 2.000 Schiffe stecken im Persischen Golf fest, mit 20.000 Seeleuten an Bord.

Schock trifft Lieferketten

Die Öl- und Gasproduktion im Persischen Golf erzeugt Nebenprodukte, die für die Weltwirtschaft von enormer Bedeutung sind. Deshalb ist eine überraschende Bandbreite an Industrien vom Krieg betroffen.

  • Landwirtschaft: Etwa ein Drittel wird durch Hormus transportiert. Engpässe gefährden die Ernteerträge und stören bereits die Pflanzsaison auf der Nordhalbkugel. Dies kann zu höheren Lebensmittelpreisen führen.
  • Kunststoffe: Materialien wie Naphtha werden knapp, was die Produktionskosten erhöht.
  • Chips: Katar liefert über ein Drittel des weltweiten Heliums, das für die Chipproduktion und andere Industrien entscheidend ist.
  • Bergbau: Der Golf war auch für ein Drittel der weltweiten Schwefelproduktion verantwortlich. Schwefelsäure ist entscheidend für die Metallgewinnung. China hat gerade Exporte gestoppt, um seine heimische Industrie zu schützen, und verschärft damit den globalen Engpass.

Inflation schlägt zurück

Wenn die Kosten für Benzin, Strom und Lebensmittel steigen, breiten sich diese Erhöhungen in der gesamten Wirtschaft aus.

Vor dem Krieg ging die Inflation in vielen wohlhabenden Ländern zurück, und die Zentralbanken senkten die Zinsen. Jetzt halten sie still und erwägen sogar Zinserhöhungen. Die Inflation liegt in der Eurozone bereits wieder bei drei Prozent und nähert sich in den USA vier Prozent. Das liegt deutlich über der Marke von rund 2 Prozent, die die Europäische Zentralbank und die US-Notenbank Fed anstreben.

Großbritannien sticht hervor: Die staatlichen Kreditkosten sind auf dem höchsten Stand seit 1998, bereits bevor eine politische Krise den Anleiheausverkauf weiter anheizte.

Krieg verbrennt Geld, schnell

Moderne Kriegsführung ist teuer. Die neuesten Pentagon-Zahlen von Mitte Mai beziffern die Kosten des Iran-Krieges seit dem Beginn am 28. Februar auf $29 Milliarden. Diese umfassen nur direkte amerikanische Betriebskosten, nicht die Auswirkungen auf die Wirtschaft oder gar die Schäden an den US-Militärbasen im Nahen Osten.

Das Weiße Haus strebt zudem eine beispiellose Erhöhung des Verteidigungshaushalts 2027 um 42% an. Die zusätzlichen $445 Milliarden würden die Gesamtsumme auf $1,5 Billionen bringen.

Und die USA sind nur eine Partei in diesem Krieg. Die Schäden in der Golfregion sind enorm. Rystad Energy, ein norwegisches Analyseunternehmen, schätzte im April, dass allein die Reparaturkosten für energiebezogene Infrastruktur $58 Milliarden erreichen würden.