KI unter Aufsicht

4/27/2026

KI unter Aufsicht

Peking stoppt Metas Übernahme

China hat Meta angewiesen, seinen $2 Milliarden schweren Kauf des KI-Startups Manus rückgängig zu machen. Manus hatte seinen Ursprung in Peking, ist aber kürzlich nach Singapur umgezogen.

Meta kündigte den Kauf im Dezember 2025 an, in der Hoffnung, dass er dem Mutterkonzern von Instagram und WhatsApp helfen würde, gegen Anthropic und andere Unternehmen zu bestehen, die "agentische" KI-Tools entwickeln, die in der Lage sind, mehrstufige Aufgaben autonom auszuführen. Manus gehörte zu den ersten Unternehmen, die bereits im März 2025 einen KI-Agenten vorstellten.

Chinesische Regulierungsbehörden bezeichneten den Deal als "konspirativ" und argumentierten, er riskiere, Chinas Talente und Frühphaseninnovation abzuziehen.

Manus als Fall der nationalen Sicherheit

Dies ist der bisher direkteste Schritt Chinas zum Schutz seiner heimischen KI-Industrie gegen ausländische Übernahmen.

Chinas Nationale Sicherheitskommission, geleitet von Präsident Xi Jinping persönlich, ordnete die Blockierung des Deals an. Dies signalisiert, dass KI-Unternehmen nun als strategische Vermögenswerte behandelt werden, nicht als gewöhnliche Start-ups. Und China versucht, seine regulatorische Reichweite über seine Grenzen hinaus auszudehnen.

Die Gründer von Manus wurden im März nach China eingeladen, um Verstöße gegen Auslandsinvestitionsregeln zu besprechen. Ihnen wurde die Ausreise aus dem Land untersagt.

Chinas KI-Marktführer enttäuscht

Der Schritt, Manus unter chinesischer Kontrolle zu halten, kam zeitgleich mit der Veröffentlichung einer Vorschau des neuesten Modells V4 durch Chinas KI-Kronjuwel DeepSeek. Es gelang nicht, den Schock des letzten Jahres zu wiederholen, der KI-Aktien weltweit kurzzeitig einbrechen ließ. Damals verblüffte es Investoren mit einer starken Leistung trotz begrenzter Rechenleistung.

  • V4 Pro: stark, aber jetzt nur eines von vielen führenden offenen Modellen
  • Rivalen: Die chinesischen Konkurrenten Kimi und Qwen haben aufgeholt
  • Preisgestaltung: DeepSeek senkte V4 Pro um 75%, was zeigt, dass der Wettbewerb zunimmt

Der Überraschungsfaktor ist verschwunden. Was jetzt zählt, ist, ob China sich unter strengen US-Chipbeschränkungen weiter verbessern kann. Lokale Unternehmen haben noch keinen Zugang zu Nvidias fortschrittlichsten Chips.

Der Star hinter DeepSeek

Das Beeindruckendste am neuen Modell von DeepSeek ist nicht seine Leistung. Es ist, dass DeepSeek das Modell so angepasst hat, dass es gut auf Huaweis Chips läuft. Diese chinesischen Eigenentwicklungs-Chips sind noch weniger leistungsfähig als Nvidias amerikanische High-End-Chips, aber Huawei verbindet Tausende davon miteinander, sodass sie wie ein größeres System agieren.

Das ermöglicht es V4, innerhalb Chinas zu laufen, ohne auf US-Hardware angewiesen zu sein. Die Verfügbarkeit von V4 Pro ist aufgrund von Rechenkapazitätsengpässen noch begrenzt, aber die Preise sollten fallen, sobald Huaweis Chips später in diesem Jahr in die Massenproduktion gehen. Es ist ein bedeutender Schritt für China in Richtung heimischer KI-Hardware.

Chinas KI-Zukunft

Zusammen zeigen die Manus-Blockade und Huaweis zunehmend leistungsfähige Chips, wie China seine KI-Talente und KI-Rechenleistung aufbaut und kontrolliert.

Die Blockierung von Meta sendet eine Warnung: Strategische KI-Unternehmen können nicht einfach umziehen und an ausländische Käufer verkaufen.

DeepSeeks Hinwendung zu Huawei-Chips zeigt, dass China auch unter US-Exportbeschränkungen weiter vorankommen kann. Die Frage ist nun, ob China dies zu einem vollständigen, heimischen Ökosystem skalieren kann, das Nvidias Dominanz in diesem Bereich herausfordern kann.