Fab-Ergebnisse

1/15/2026

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Chip-Titan TSMC erzielt Rekordgewinne

Der weltgrößte Chiphersteller hat die Gewinnprognosen erneut übertroffen und seine besten Quartalsgewinne aller Zeiten verbucht. Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (kurz TSMC) treibt im Stillen den gesamten KI-Boom an.

TSMC wer? Das ist das Unternehmen, das Chips für die meisten großen Namen herstellt, darunter Nvidia und Apple. TSMC hält etwa 90% Marktanteil bei fortschrittlichen 3-Nanometer-Chips und rund 70% Anteil am gesamten Auftragschip-Fertigungsmarkt.

Das macht es zu einem der wichtigsten Glieder in der Weltwirtschaft.

Rekordzahlen für Chiphersteller

  • TSMCs Nettogewinn im Q4 stieg im Jahresvergleich um 35% auf 16 Milliarden US-Dollar, das siebte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum.
  • Analysten hatten nur 15,2 Milliarden US-Dollar erwartet.
  • Der Umsatz stieg um 21% auf 33,7 Milliarden US-Dollar.
  • Prognose: Erwartet einen Anstieg des Umsatzes 2026 um 30%.

Kernaussage von CEO C.C. Wei zur möglichen KI-Blase: "Wir sind auch sehr nervös deswegen. Wir investieren 52-56 Milliarden US-Dollar in Investitionsausgaben. Wenn wir das nicht sorgfältig machen würden, wäre das mit Sicherheit eine Katastrophe für TSMC."

Lernen Sie die Chip-Fachsprache

Ohne TSMCs Fertigungsanlagen oder Fabs sind Nvidias GPUs nur Designentwürfe. Eine Fab ist der Ort, an dem Mikrochips physisch hergestellt werden. Es ist eine ultrareine, mehrere Milliarden Dollar teure Anlage, gefüllt mit Maschinen, die mikroskopische Schaltkreise auf Siliziumwafer ätzen.

  • Chip-Designer (Nvidia, Apple, AMD) entwerfen die Chips.
  • Foundries (TSMC) fertigen sie tatsächlich und verkaufen sie in Wafern (die jeweils in Dutzende oder Hunderte von Chips geschnitten werden) an Unternehmen wie Nvidia.
  • Werkzeughersteller (ASML) bauen komplexe Lithografiemaschinen, die von TSMC verwendet werden.

Kurz gesagt: Designer entwerfen, Fabs realisieren.

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Warum Nvidia wertvoller ist als TSMC

TSMC ist das wertvollste Unternehmen Asiens mit einer Marktkapitalisierung von 1,7 Billionen US-Dollar. Aber seine beiden Hauptkunden, Nvidia und Apple, überragen es mit 4,5 Billionen US-Dollar und 3,8 Billionen US-Dollar. Warum?

  • Geistiges Kapital: Nvidia stellt das "Geheimrezept" her (KI-Baupläne und Software), das Chips intelligent macht. TSMC folgt den Anweisungen.
  • Skalierbarkeit: TSMC muss Milliarden für Fabriken ausgeben, wann immer es expandieren will.
  • Margen: Nvidia erzielt Bruttomargen von bis zu 74%. TSMCs ist mit 62% ebenfalls hoch, aber Designer erzielen dennoch bessere Erträge.
  • Sicherheit: Nvidia ist ein US-Unternehmen. TSMC hat seinen Sitz in Taiwan, und Investoren sorgen sich über politische Spannungen dort.

TSMC erhöht langsam die Preise, um seinen gerechten Anteil zu bekommen, kann aber immer noch keine Designer-Preise für eine Baumeister-Arbeit verlangen.

Heiße Chips, kalte Risiken

TSMC ist auf dem Höhepunkt, hat aber Schwachstellen, auf die Anleger achten sollten:

  • Geopolitik: Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat sich leicht entspannt, aber China ist weiterhin vom Kauf der besten Chips auf dem Markt ausgeschlossen.
  • Heimatrisiko: Mit Sitz in Taiwan riskiert TSMC stets, von einem Konflikt in der Region mitgerissen zu werden. Es sichert sich mit einem 165-Milliarden-US-Dollar-Vorstoß zum Bau von Fabriken in den USA ab.
  • Überinvestitionsrisiko: Wenn die KI-Nachfrage nachlässt, könnten neue Fabs halb leer stehen.
  • Kundenkonzentration: Abhängigkeit von Großkunden wie Apple und Nvidia
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Was das für Sie bedeutet

Gewinne eines einzelnen Unternehmens erzählen oft eine breitere Branchengeschichte. TSMC ist ein Barometer für die gesamte KI-Wirtschaft.

Deshalb trieben seine starken Ergebnisse die Aktien des niederländischen Unternehmens ASML am Donnerstag um über 6% nach oben — ähnlich wie TSMCs eigene Aktienkursbewegung im vorbörslichen US-Handel. Auch andere Chip-Unternehmen legten zu.

  • Der KI-Boom dreht sich nicht nur um Chatbots. Hardware-Infrastruktur bildet das Fundament für alles.
  • Wenn die Nachfrage nach Chips steigt, profitieren Zulieferer, Ausrüstungshersteller und Designer gleichermaßen.
  • Aber Vorsicht: Himmelshohe Erwartungen sind bereits eingepreist. Selbst eine kleine Verlangsamung könnte die Aktien der gesamten Branche zum Absturz bringen.