Big-Tech-Ausgabenrausch

2/5/2026

Big-Tech-Ausgabenrausch

Alphabet erhöht KI-Investitionen 2026

Alphabet erwartet, seine Investitionsausgaben in diesem Jahr auf bis zu 185 Milliarden US-Dollar zu verdoppeln, wobei ein Großteil des Geldes in High-End-Chips und Rechenzentren fließt.

Die Google-Muttergesellschaft hat ihre Position im KI-Bereich schnell gestärkt, wobei der Gemini-Chatbot mittlerweile 750 Millionen aktive Nutzer erreicht. Das liegt dicht hinter OpenAIs ChatGPT, das 800 Millionen Nutzer verzeichnet.

Alphabets Umsatz und Gewinn übertrafen die Erwartungen für das letzte Quartal, aber Anleger sind zunehmend beunruhigt über die Ausgabenpläne der großen Technologieunternehmen — was die Aktien fallen ließ.

Big-Tech-Ausgabenrausch

Mehr Chips und Rechenzentren

Alphabet war nicht der einzige sogenannte Hyperscaler, ein riesiger Cloud-Dienstleister, der die Märkte mit seinen Ausgabenplänen erschütterte. Meta und Microsoft überraschten die Anleger eine Woche zuvor.

Ausgaben der Big-Tech-Unternehmen:

  • Alphabet: Capex-Ziel 2026 von 175–185 Mrd. USD (Verdoppelung im Jahresvergleich).
  • Meta: Ziel 2026 von 115–135 Mrd. USD (+ 70 % Anstieg).
  • Microsoft: Kein explizites Ziel für 2026. Capex erreichte im letzten Quartal mit 37,5 Milliarden US-Dollar einen Höchststand, ein Plus von 66 % im Jahresvergleich. Die Ausgaben sollen in diesem Quartal moderater ausfallen.
  • Apple: investiert in KI, aber in deutlich kleinerem Umfang. Die vierteljährlichen Investitionsausgaben sanken gegenüber dem Vorjahr auf nur 2,4 Milliarden US-Dollar.

Amazon wird am Donnerstag nach Börsenschluss Quartalszahlen veröffentlichen.

Big-Tech-Ausgabenrausch

Warum die Investitionsausgaben weiter steigen

Die Investitionsausgaben (Capex) steigen, weil künstliche Intelligenz viel teure physische Infrastruktur erfordert — von Halbleitern und Rechenzentren bis hin zu Stromnetzen und Kühlsystemen.

Microsoft gab an, dass zwei Drittel seiner Rekord-Investitionsausgaben im letzten Quartal in "kurzlebige Vermögenswerte" flossen, hauptsächlich Nvidias Chips, die KI antreiben.

Branchenweit werden die Ausgaben getrieben durch:

  • GPUs und CPUs: Chips, die für das Training von KI-Modellen unerlässlich sind.
  • Rechenzentren: Gebäude zur Bewältigung des wachsenden KI-Datenverkehrs.
  • Netzwerkausrüstung: Upgrades zur Übertragung immer größerer Datensätze.

KI-Boom trifft auf physische Grenzen

Der rasche Ausbau der KI-Infrastruktur stößt an reale Grenzen. Rechenzentren verbrauchten 2024 bereits etwa 1,5 % des weltweiten Stroms, so die IEA, und die Nachfrage steigt schnell.

Strom, Flächennutzung und Wasserverbrauch werden zu bindenden Einschränkungen. Selbst mit saubereren Energiequellen könnte das Wachstum nachlassen, wenn Betreiber nicht Anlagen umgestalten, neue Stromverträge abschließen oder effizientere Hardware einsetzen.

Dieser Druck treibt auch experimentellere Ideen voran. Elon Musks SpaceX-xAI-Fusion zielt darauf ab, orbitale Rechenzentren zu erforschen, während andere auf Durchbrüche wie Fusionsenergie setzen, um zukünftige KI-Systeme am Laufen zu halten.

Claude erschüttert Software-Aktien

Während Big Tech Milliarden in Chips und Rechenzentren investiert, treffen die Auswirkungen den Softwaresektor. Der S&P 500 Software-Index ist seit Anfang 2026 um mehr als 18 % gefallen.

Unternehmen, die Geschäfts- oder Rechtssoftware anbieten, wurden besonders hart getroffen. Ein Auslöser scheint Anthropics Veröffentlichung neuer Plugins für sein Claude Cowork gewesen zu sein, ein KI-Tool zur Automatisierung von Aufgaben in den Bereichen Recht, Vertrieb, Marketing und Datenanalyse.

In den USA börsennotierte Unternehmen wie ServiceNow, Thomson Reuters, Oracle, Figma und Atlassian wurden hart getroffen. In Europa stehen Unternehmen wie SAP, LSEG und RELX unter Druck.