Exporte schwächeln

10/9/2025

Exporte schwächeln

Exportstarkes Deutschland in Schwierigkeiten

Deutschlands Wirtschaft hat sich lange auf den Verkauf von Waren ins Ausland verlassen — von Autos bis hin zu Industriemaschinen. Doch im August gingen die Exporte unerwartet zurück, insbesondere in die USA, da neue Zölle und ein stärkerer Euro deutsche Produkte weniger wettbewerbsfähig machten.

  • Die Exporte in die USA sanken um 2,5% im Monatsvergleich und um über 20% im Jahresvergleich.

  • Die Exporte in die EU gingen ebenfalls zurück, aber die Exporte nach China stiegen

    Insgesamt deutet dies auf tiefgreifende Herausforderungen für Deutschlands exportgetriebenes Modell hin, das die Wirtschaft seit Jahrzehnten angetrieben hat.

Deutschlands Woche in Zahlen

Eine Welle von Wirtschaftsdaten aus Deutschland:

  • Die Exporte fielen im August gegenüber Juli um 0,5% und verfehlten damit die Marktprognose eines Anstiegs um 0,3%.
  • Auch die Importe gingen zurück, wodurch sich der Handelsüberschuss auf €17,2 Milliarden ausweitete.
  • Industrieproduktion sank um 4,3% im Monatsvergleich.
  • Die Stimmung unter den CEOs verschlechterte sich weiter.

Fabriken drosseln die Produktion

Die Industrieproduktion in Deutschland verzeichnete den stärksten monatlichen Rückgang seit über drei Jahren, angeführt von einem Einbruch der Automobilproduktion um 19%.

Das ist von Bedeutung, weil die Fabrikproduktion widerspiegelt, wie viel die Wirtschaft produziert — und wenn die Produktion nachlässt, folgen oft Probleme.

Die Gesamtproduktion liegt nun 12% unter ihrem Höchststand von Anfang 2023, und die Aufträge sind vier Monate in Folge gesunken.

Der Motor Europas stottert

Deutschland ist die größte Volkswirtschaft Europas und die drittgrößte der Welt. Doch das Wachstum ist ins Stocken geraten. Nach zwei Jahren der Schrumpfung erwartet die Regierung nun nur noch 0,2% Wachstum in diesem Jahr.

Das ist eine bescheidene Zahl für ein Land dieser Größe und dieses Einflusses.

Um dem entgegenzuwirken, hat Berlin ein €500 Milliarden schweres Investitionsprogramm für Infrastruktur und Innovation aufgelegt. Dennoch bleiben Herausforderungen bestehen:

  • Hohe Energiekosten
  • Langsame Digitalisierung
  • Komplexe Regulierungen
  • Handelskriege

Worauf Anleger achten sollten

Deutschlands Abschwung könnte sich auf die europäischen Aktienmärkte auswirken, insbesondere in Sektoren, die mit der Fertigung und dem Export verbunden sind. Aber nicht alle Signale sind negativ — Staatsausgaben und steigende Verbrauchernachfrage könnten andere Bereiche stützen.

  • Exportorientierte Unternehmen könnten unter Ergebnisdruck geraten.
  • Binnenmarktorientierte Sektoren wie Einzelhandel und Bauwesen könnten profitieren.
  • Die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe bleibt verhalten, wobei wichtige Indikatoren unter den Wachstumsschwellen liegen.