
4/9/2026

Die Straße von Hormus ist eine enge Wasserstraße zwischen dem Iran und Oman, durch die normalerweise etwa 20% der weltweiten Öl- und Flüssigerdgas-Lieferungen (LNG) transportiert werden. Der Iran hat in den ersten sechs Wochen des Krieges gezeigt, wie er die Meerenge effektiv sperren und der Weltwirtschaft enormen Schaden zufügen kann.
Nun drängt Teheran auf ein anderes Modell: Schiffe passieren zu lassen, aber Gebühren für die sichere Durchfahrt zu erheben. Das könnte einen Ölschock in etwas Dauerhaftes verwandeln und den internationalen Seerechtsgrundsatz der Freiheit der Schifffahrt in Frage stellen.
Die Meerenge ist an ihrer engsten Stelle etwa 30 Meilen breit, mit Schifffahrtsrinnen von nur **2 Meilen Breite **für den ein- und ausgehenden Verkehr. Vor dem Krieg war die Durchfahrt für alle Schiffe kostenlos.
Dem Iran die vollständige Kontrolle über die Straße von Hormus zu gewähren, ist eine der Friedensbedingungen Teherans. Dies könnte enorme, langfristige Folgen für den Welthandel haben:
Die Straße von Hormus verläuft durch die Hoheitsgewässer zweier Länder:
Aus diesem Grund kontrolliert kein einzelnes Land die Meerenge rechtlich. Sie unterliegt internationalen Seerechtsregeln, nicht bilateralen Abkommen oder einer Anerkennung durch die USA. Nach diesen Regeln haben Schiffe rechtlich das Recht, Hormus ohne Genehmigung oder Gebührenzahlung zu passieren.
Deshalb ist Oman jetzt von Bedeutung. Das Land hat sich gegen Mautgebühren und gegen jede Regelung gewehrt, die den Iran als alleinigen Torwächter behandelt. Doch wie der Iran gezeigt hat, kann die Kontrolle der Meerenge mit Drohnen, Raketen, Seeminen und bewaffneten Schnellbooten sehr effektiv sein.

Der parlamentarische Ausschuss des Iran hat den Plan für die Mautgebühren bereits genehmigt, wobei die Gebühren Berichten zufolge auf 1$ pro Barrel Öl festgelegt wurden. Es ist unklar, welche Arten von Gebühren der Iran für Schiffe erheben will, die LNG, Helium oder andere Produkte durch die Meerenge transportieren.
US-Präsident Donald Trump hat ein US-iranisches Joint Venture zur Erhebung von Mautgebühren ins Spiel gebracht. Bislang ist es eher eine Idee als ein Plan.
Der Betrieb eines Mautsystems würde Vertrauen, gemeinsame Durchsetzung und klare Regeln zwischen zwei Ländern erfordern, die sich noch vor wenigen Tagen gegenseitig mit Angriffen überzogen haben. Nichts davon existiert bisher, und Oman setzt sich für die freie Schifffahrt ein. Auch andere Golfstaaten und Reedereien sind gegen eine Normalisierung von Mautgebühren.
Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran sollen am **Freitag **in Pakistan beginnen, und trotz Versprechen einer Wiederöffnung liegt der Verkehr in der Meerenge weiterhin deutlich unter 10% des normalen Niveaus.
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