Branchenumbruch

3/25/2026

Branchenumbruch

Flaute bei Videospielen trifft Fortnite

Fortnite-Entwickler Epic Games entlässt über 1.000 Mitarbeiter, rund ein Fünftel der Belegschaft, und sendet damit Schockwellen durch die gesamte Branche.

Fortnite ist ein Free‑to‑Play-Onlinespiel, in dem Spieler ums Überleben kämpfen. Es verdient Geld durch den Verkauf von In‑Game-Artikeln wie Charakter-Skins, Battle Passes und virtueller Währung. Es stellte einst einen Guinness-Weltrekord auf, als 15,3 Millionen Menschen gleichzeitig spielten – während eines Marvel-Events. Obwohl die täglichen Nutzerzahlen rückläufig sind, bleibt es enorm populär, mit 650 Millionen registrierten Nutzern und über einer Million Spielern, die sich täglich einloggen.

Wenn eines der umsatzstärksten Videospiele in Schwierigkeiten steckt, wirft das eine größere Frage auf: Was ist mit dem Rest der Branche?

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Gleichzeitiges Wachstum und Schrumpfung

**Ein Drittel **der amerikanischen Belegschaft im Bereich Videospiele wurde in den letzten zwei Jahren entlassen, wie eine aktuelle Branchenumfrage ergab. Weltweit liegt die Zahl bei **28%. TIGA, **der britische Branchenverband der Videospielindustrie, warnte gerade vor "dem schwersten Abschwung, der je verzeichnet wurde."

Ein Großteil davon ist Restrukturierung nach der Pandemie. Videospiele erlebten während der Covid-19-Lockdowns einen Popularitätsschub, der zu einer Einstellungswelle führte. Dieselben Unternehmen bauen nun Stellen ab.** **Abgesehen von einem leichten Rückgang im Jahr 2022 sind die Branchenumsätze weiter gewachsen, aber das Tempo hat sich verlangsamt.

**Das Schlimmste könnte vorbei sein: **Die Boston Consulting Group prognostiziert "die nächste Wachstumsära" ab diesem Jahr.

Die Kosten des Kampfes gegen Big Tech

Epic Games CEO Tim Sweeney erklärte, die Entlassungen folgten auf einen Rückgang des Fortnite-Engagements, wobei das Unternehmen mehr ausgibt als es einnimmt. Das überraschte viele, da Fortnite als Geldmaschine gilt.

Ein Teil des Drucks resultiert aus Rechtsstreitigkeiten und dem Aufbau eines eigenen digitalen Marktplatzes. Im Jahr 2020 verklagte Epic Apple und Google und stellte den 15–30%igen Anteil, den diese bei In‑App-Käufen einbehalten, sowie deren Kontrolle über Zahlungsmethoden infrage.

Epic erzwang bedeutende Veränderungen, aber zu einem hohen Preis:

  • Über** eine Milliarde Dollar **an entgangenen Einnahmen und Anwaltskosten
  • **Fortnite jahrelang nicht in mobilen App Stores **verfügbar, mit Rückkehr in Apples App Store im vergangenen Jahr und zu Google Play erst in diesem Monat

Treibt KI den Stellenabbau voran?

Epics CEO stellte schnell klar, dass die Entlassungen nicht mit KI zusammenhängen*.* Er schloss den Einsatz von KI jedoch nicht aus, *"soweit sie die Produktivität steigert." *In der gesamten Branche verkleinert KI bereits Teams, indem sie repetitive Arbeiten und Tests übernimmt.

Gamer reagieren äußerst sensibel auf KI in kreativer Arbeit, weshalb Unternehmen vorsichtig agieren. Nvidia CEO Jensen Huang musste das neue KI-Rendering-Tool DLSS 5 des Unternehmens öffentlich verteidigen, nachdem Gamer es als "KI-Schund" bezeichneten, der die künstlerische Integrität untergräbt.

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Entwickler im Schwierigkeitsmodus

Epic ist nicht an einer Börse notiert, aber zu seinen Großaktionären gehören börsennotierte Unternehmen wie Tencent und Disney. Und für Investoren deuten Epics Entlassungen auf tiefgreifendere Probleme in der gesamten Branche hin.

Gaming ist schwieriger zu bewerten und risikoreicher im Besitz geworden. Und einige der bekannten Aktien könnten bald von der Börse genommen werden:

  • Electronic Arts befindet sich mitten in einer Übernahme im Rahmen eines 55-Milliarden-Dollar-Deals durch ein saudisches und US-Private-Equity-Konsortium.
  • Der **Aktienkurs von Ubisoft **ist in den letzten fünf Jahren um fast 95 % eingebrochen, was das Unternehmen zu einem wahrscheinlichen Übernahmeziel macht.

Es gibt weniger große, reine Gaming-Unternehmen, die Privatanlegern zur Verfügung stehen. Viele sind in Privatbesitz, in Technologiegiganten aufgegangen oder zu volatil, um verlässliche langfristige Investments zu sein.