
12/17/2025

Der chinesische KI-Chiphersteller MetaX stieg bei seinem Debüt an der Shanghaier Börse um fast 700 %, nur wenige Tage nachdem der Konkurrent Moore Threads nach seinem Börsengang um 400 % zugelegt hatte.
Beide Startups — erst vor wenigen Jahren von ehemaligen AMD- und Nvidia-Führungskräften gegründet — profitieren von Pekings Streben nach Chip-Selbstversorgung.
Der Börsengang von MetaX brachte etwa 600 Millionen US-Dollar ein, der von Moore Threads 1,1 Milliarden US-Dollar, mit Unterstützung von High-Flyer, der Muttergesellschaft des KI-Chatbots DeepSeek. Beide Börsengänge waren von Privatanlegern über 4.000-fach überzeichnet.

Während KI-Aktien an westlichen Märkten schwanken und die Angst vor einer Blase wächst, stürzen sich chinesische Anleger auf heimische Chiphersteller.
MetaX wird derzeit mit etwa dem 50-Fachen des Umsatzes gehandelt, Moore Threads mit dem 123-Fachen, und beide schreiben noch Verluste. Im Vergleich dazu liegt das Vielfache bei Nvidia bei 34. Analysten warnen, dass solche Höchststände nur von kurzer Dauer sein könnten, doch die Politik nährt den Optimismus der Anleger, während China eine eigene Chipindustrie aufbaut.
China befindet sich inmitten eines KI-getriebenen Börsengang-Booms, mit einem Anstieg der Kapitalbeschaffung um 23 % im Jahresvergleich auf dem Festland, so KPMG. In Hongkong sind die Zahlen noch beeindruckender: Börsengänge haben mehr als das Dreifache des Vorjahresbetrags eingebracht.
Chinas Markt für Neuemissionen funktioniert ganz anders als westliche Systeme, mit Zuteilungsregeln, die sowohl Nachfrage als auch Volatilität prägen.
Angesichts der chinesischen Immobilienmärkte in der Krise und eingeschränkter Auslandsinvestitionen haben Privatanleger nur wenige Alternativen für renditestarke Anlagen. Auch patriotisches Investieren spielt eine Rolle, da viele darauf brennen, heimische KI-Champions zu unterstützen.

Ein großer IPO-Pop, ein Kurssprung beim Handelsdebüt, erregt Aufmerksamkeit, kann aber auf Fehlbewertung oder spekulative Nachfrage hindeuten.
Der 700-prozentige Kursanstieg von MetaX und der fünffache Sprung von Moore Threads bescherten frühen Investoren Gewinne, setzten Anleger aber auch Volatilität aus.
In reifen Märkten gelten moderate Pops als gesünder. In China ist der Debüt-Kurssprung Teil des Spektakels, kann aber eher Hype als Fundamentaldaten widerspiegeln. Verkaufswellen nach der Börsennotierung sind häufig, insbesondere bei Startups, die noch auf dem Weg zur Profitabilität sind.
Chinas Börsengang-Boom findet vor dem Hintergrund einer sich verändernden geopolitischen Landschaft statt. Die USA haben kürzlich Nvidia und AMD erlaubt, einige High-End-KI-Chips, darunter Nvidias H200, an zugelassene chinesische Kunden zu verkaufen. Das US-Angebot verbietet jedoch weiterhin den Export von Nvidias fortschrittlichsten Blackwell-Chips.
Es bleibt unklar, ob China H200-Käufe genehmigen oder die heimische Chipproduktion priorisieren wird. Selbst eingeschränkter Zugang könnte chinesischen KI-Entwicklern wie DeepSeek, Alibaba (Qwen) und Moonshot (Kimi) zugutekommen — während heimische Chiphersteller darum wetteifern, den Rückstand aufzuholen.
Weitere Chip-Börsengänge stehen bevor: Biren hat die Genehmigung für einen 300-Millionen-Dollar-Börsengang in Hongkong erhalten, und Baidus Kunlunxin bereitet sein Debüt vor. Nach Jahren verschärfter IPO-Kontrollen beschleunigt Peking nun Börsennotierungen in strategischen Technologiebereichen.
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