
3/5/2026


China hat ein 4,5–5% Wachstumsziel für 2026 festgelegt, die niedrigste Spanne seit Jahrzehnten. Das Ziel des letzten Jahres lag bei "rund 5%", was China offiziell erreicht hat.
Die Führung bezeichnete das neue Ziel als realistische Reaktion auf das schwierigere globale Umfeld mit US-Zöllen, geopolitischen Spannungen und inländischen Problemen. China kämpft mit einer hohen Verschuldung der Kommunalverwaltungen und einer anhaltenden Immobilienkrise, wobei China Vanke der jüngste große Bauträger ist, der am Rande des Zusammenbruchs steht.
Eine breitere Spanne gibt den politischen Entscheidungsträgern mehr Spielraum, um bei einer Verschlechterung der Lage gegenzusteuern.
Technologie, nicht Konsum, ist Chinas Wachstumsschwerpunkt im neuen Fünfjahresplan. Die Regierung will eine inländische Chip-Lieferkette aufbauen und massiv in KI, Quantentechnologie und fortschrittliche Fertigung investieren.
All dies soll die Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern verringern, insbesondere da die USA Nvidia weiterhin daran hindern, ihre fortschrittlichsten Chips nach China zu liefern.
KI erscheint mehr als 50 Mal im Plan, mit Visionen von robotergesteuerten Fabriken. Und China, der weltweit größte Exporteur von Elektrofahrzeugen, setzt weiterhin auf die grüne Wende. Es verfügt bereits über 85% der weltweiten Ladestationen und plant, diese innerhalb von drei Jahren zu verdoppeln.
Fünfjahrespläne sind große, von oben nach unten gesteuerte Fahrpläne für eine gesamte Volkswirtschaft. Anstatt die Märkte entscheiden zu lassen, was zu welchem Preis produziert wird, legt die Regierung zentrale Vorgaben fest. Die Idee entstand 1928 in der Sowjetunion, als Josef Stalin die Industrialisierung in rasantem Tempo vorantrieb. Das kommunistische China übernahm das Modell 1953.
Heute verwendet China immer noch Fünfjahrespläne, aber sie sind strategische Leitlinien, keine starren Produktionsvorgaben. Man kann sie sich als nationale Prioritätenliste vorstellen: welche Branchen am wichtigsten sind, wohin Investitionen fließen und wie die Regierung die Wirtschaft in Zukunft gestalten will.
Die Zentralregierung setzt weiterhin auf strategische Investitionen, auch wenn sie gleichzeitig gegen unproduktive lokale Infrastrukturprojekte vorgeht.
China hat es nicht geschafft, sich vollständig von der "Werkbank der Welt" in eine Volkswirtschaft mit mittlerem Einkommen zu verwandeln, die vom Binnenkonsum angetrieben wird. Und nun verlagert sich der Fokus von Einkaufstüten auf KI-Chips.
Zentrale Herausforderungen:
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