
12/8/2025


Chinas jährlicher Handelsüberschuss hat erstmals die Billionen-Dollar-Marke überschritten. Der neue Rekord wurde in nur 11 Monaten aufgestellt, wobei die Daten für Dezember noch ausstehen.
Zusammengenommen unterstreichen diese Zahlen, wie Chinas Exporteure trotz US-Zöllen voranschreiten. Der Rest der Welt gleicht den Rückgang in den USA mehr als aus.
Der Handelsstreit zwischen den USA und China verändert die Weltwirtschaft, auch wenn die Rhetorik zwischen den Ländern zuletzt milder geworden ist. Die Zölle des Weißen Hauses auf chinesische Waren liegen im Durchschnitt weiterhin bei 47,5%, was viele chinesische Unternehmen zwingt, anderswo nach Marktchancen zu suchen.
Chinesische Unternehmen verlagerten zudem die Montage in Drehkreuze in Mexiko und Afrika, wodurch einige Waren mit niedrigeren Zöllen in die USA gelangen können. Zölle verlangsamten die direkten Warenströme, stoppten aber nicht den Überschuss – sie lenkten ihn lediglich um.
Die Handelsbilanz ist die Anzeigetafel von Exporten minus Importen. Ein Überschuss bedeutet, mehr zu verkaufen als zu kaufen, wie China heute. Ein Defizit bedeutet, mehr zu kaufen als zu verkaufen, wie die USA in den meisten Jahren.
Chinas Jahresüberschuss dürfte etwa 6–7% von Chinas 19 Billionen Dollar schwerer Wirtschaft entsprechen, vergleichbar mit Amerikas Dominanz nach dem Zweiten Weltkrieg, als andere Exporteure am Boden lagen.
Überschüsse können Arbeitsplätze und Innovation fördern und für geopolitischen Einfluss genutzt werden. Sie können aber auch eine schwache Binnennachfrage offenbaren.

Chinas Handelsboom wurde durch eine schwache Währung befeuert. Chinas Währung Renminbi (oder Yuan) hat in den letzten Jahren gegenüber dem Euro und dem Dollar an Wert verloren, was chinesische Waren im Ausland billiger macht, während Importe nach China teuer bleiben.
Diese Schieflage hilft chinesischen Exporteuren, Marktanteile in Europa und Asien zu gewinnen, aber sie führt dazu, dass inländische Haushalte mehr für ausländische Produkte wie Wein, Kosmetik oder Benzin bezahlen.
Der Yuan wird in einem kontrollierten Wechselkurssystem bewertet, wobei die PBOC (die chinesische Zentralbank) täglich einen Mittelkurs festlegt und eingreift, um große Schwankungen zu begrenzen.
Chinas Billionen-Dollar-Überschuss steht unter genauer Beobachtung. IWF-Vertreter sind diese Woche in Peking, um die Währungs- und Handelspolitik zu überprüfen, während einige Ökonomen im In- und Ausland argumentieren, dass eine Verringerung des Überschusses die Binnennachfrage ankurbeln könnte. Ein stärkerer Yuan würde Importe verbilligen, birgt aber das Risiko, das Fabrikwachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu verlangsamen.
Die Debatte zeigt, dass Handelsbilanzen nicht nur Zahlen sind. Fiskal- und geldpolitische Entscheidungen sowie globale Faktoren bestimmen, ob das Wachstum auf Exporten oder Verbrauchern basiert.
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