
2/26/2026


Nvidia hat es wieder geschafft: Umsatz und Gewinne über den Erwartungen und erneut eine gewaltige Umsatzprognose für das nächste Quartal.
Bei den meisten Unternehmen hätten solche Ergebnisse die Aktie in die Höhe getrieben — doch für die Anleger des wertvollsten Unternehmens der Welt, bewertet mit $4,75 Billionen, ist nichts weniger als Perfektion ausreichend. Stattdessen gab es "nur" einen weiteren gewaltigen Erwartungsübertreffer, und die Aktien fielen.
Fast jeder fortschrittliche KI-Chip der Welt beginnt beim selben Unternehmen: Taiwans TSMC. Es ist die weltweit größte Chip-Foundry und ein entscheidender Zulieferer für Unternehmen wie Nvidia.
Der KI-Boom hat bei TSMC zu einem Angebotsengpass geführt. Einer der Hauptkunden, Apple, hat bereits eingeräumt, vom Chipmangel betroffen zu sein.
Nvidia gibt an, bei TSMC genügend Kapazitäten gesichert zu haben, um noch monatelang GPUs ausliefern zu können. Doch alle wollen dieselben hochmodernen Fertigungsslots, und obwohl TSMC Dutzende Milliarden in neue Fabriken investiert, kann das Unternehmen nicht über Nacht wie von Zauberhand mehr Kapazitäten schaffen. Kleine Verzögerungen können sich durch Nvidias neues Geschäftsjahr ziehen.

Das begehrteste Gut im KI-Bereich sind derzeit nicht GPUs — es ist Speicher. High‑Bandwidth Memory (HBM) ist das Material, das Daten in Nvidias Chips einspeist, und die Nachfrage explodiert. Die Preise steigen. Das Angebot ist knapp. Eine Branchenumfrage bezeichnete die Engpässe sogar als "pandemieähnlich," eine Erinnerung an die Chipkrise während des Covid-19-Lieferkettenschocks.
Aktien von Speicherherstellern wie dem südkoreanischen Unternehmen SK Hynix steigen rasant, da sie einen größeren Anteil der Gewinne abschöpfen. Während Nvidia nach den Quartalszahlen nachgab, sprang SK Hynix in Seoul um 8%.
Ohne Speicher stößt Nvidias Wachstum an eine Grenze, egal wie gut die Chips sind.

KI braucht mehr als Chips. Sie braucht Flächen, Strom, Kühlung und Hunderte Milliarden an Investitionen pro Jahr. "Hyperscaler" wie Meta, Amazon und Alphabet planen, in diesem Jahr über $600 Milliarden für Rechenzentren und Chips auszugeben — doch selbst sie haben Grenzen. Energieengpässe verlangsamen Projekte, und Regierungen fordern zunehmend, dass Rechenzentren über eine eigene Stromversorgung verfügen.
Dieser "Bring Your Own Power"-Ansatz (BYOP) bedeutet, dass Technologieunternehmen möglicherweise nicht nur für das Rechenzentrum zahlen, sondern auch ein Kraftwerk vor Ort errichten müssen. Das erfordert mehr Geld und Zeit.
Nvidia ist stark von nur wenigen Großkunden abhängig: Zwei von ihnen machen inzwischen 36% des Umsatzes aus, gegenüber 34% im Vorjahr. Nvidia hat die Namen der unbekannten Kunden nicht offengelegt, sagt aber, es handele sich um Direktkunden, was die üblichen Verdächtigen wie Microsoft und Meta praktisch ausschließt. Stattdessen werden häufig Namen wie Dell, Foxconn und Quanta als naheliegende Vermutungen genannt.
Direktkunden sind die Zwischenhändler. Sie kaufen Nvidias Chips in großen Mengen, verbauen sie in komplette Systeme oder Platinen und verkaufen diese fertigen Produkte dann an Cloud-Anbieter, Rechenzentrumsbetreiber und andere Endnutzer. Cloud-Giganten sind nach wie vor von enormer Bedeutung, da sie es sind, die die Nachfrage antreiben.
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