K-förmige Spaltung

12/12/2025

K-förmige Spaltung

Die jüngsten Ergebnisse von Costco sagen uns nicht nur, wie ein einzelner Einzelhändler abschneidet; sie bieten eine Momentaufnahme einer K-förmigen Wirtschaft in Aktion. Auf der einen Seite füllen einkommensstärkere Haushalte weiterhin ihre Einkaufswagen und verlängern ihre Mitgliedschaften ohne zu zögern.

Auf der anderen Seite wechseln finanziell stärker belastete Verbraucher zu günstigeren Alternativen, suchen nach Schnäppchen und setzen auf Großeinkäufe, um ihr Gehalt weiter zu strecken. Costco schafft es, beide Gruppen zu bedienen, und die Ergebnisse zeigen, wie ungleichmäßig, aber überraschend widerstandsfähig diese Wirtschaft wirklich ist.

Costcos Ergebnisse sehen aus wie der "obere Schenkel" des K

Costco hat gerade ein weiteres starkes Quartal abgeliefert:

  • Umsatz: etwa $67,3 Milliarden, über den Erwartungen der Wall Street
  • Gewinn: $4,50 pro Aktie, über den Schätzungen
  • Umsatz vergleichbarer Filialen (ohne Kraftstoff): plus 6,4%, über den Prognosen

Die Kundenfrequenz steigt, die Warenkörbe werden größer, und die Mitgliederzahl klettert weiter in Richtung 146 Millionen Karteninhaber weltweit. Die Feiertagsnachfrage, die Dynamik bei Food Court/Bäckerei und die wertorientierte Eigenmarke (Kirkland) trugen alle zum Übertreffen der Erwartungen bei.

K-förmige Spaltung

Was ist eine K-förmige Wirtschaft?

Eine K-förmige Wirtschaft ist eine, in der sich verschiedene Gruppen stark auseinanderentwickeln:

  • Einkommensstärkere Haushalte, starke Sektoren und "Gewinner"-Unternehmen bewegen sich nach oben – Einkommen und Ausgaben bleiben widerstandsfähig oder wachsen sogar.
  • Einkommensschwächere Haushalte und anfällige Sektoren bewegen sich nach unten. Löhne hinken hinterher, Ersparnisse schwinden, und die Ausgaben verlagern sich auf das Wesentliche oder günstigere Alternativen.

Aktuelle Forschungen und Kartendatenanalysen zeigen diese Spaltung deutlich: Prime-Kunden und einkommensstärkere Verbraucher halten ihre Ausgaben stabil, während Non-Prime- und einkommensschwächere Gruppen zurückfahren, stärker auf Kredite angewiesen sind oder bei diskretionären Kategorien sparen.

Costco in der Mitte des K

Costco befindet sich in einer faszinierenden Position in dieser Geschichte:

Der Verbraucher des oberen Schenkels floriert bei Costco

  • Einkommensstärkere Haushalte sind weiterhin bereit, die Mitgliedsgebühr zu zahlen.
  • Sie behandeln Costco als One-Stop-Shop für alles, von Lebensmitteln über Elektronik bis hin zu Reisen.
  • Für sie geht es beim Großeinkauf weniger ums Überleben als vielmehr um Wertoptimierung – Qualität und Bequemlichkeit mit einem wahrgenommenen Schnäppchen zu verbinden.

Das hilft zu erklären, warum die vergleichbaren Umsätze und Mitgliedschaften selbst vor einem unruhigen makroökonomischen Hintergrund weiter steigen.

Der Verbraucher des unteren Schenkels wechselt zu Costco

Gleichzeitig drängt eine K-förmige Wirtschaft oft budgetbeschränktere Haushalte dazu, nach unten zu wechseln:

  • Von Premium-Lebensmittelhändlern zu Warehouse-Clubs
  • Von Markenprodukten zu Eigenmarken
  • Von mehreren kleinen Einkäufen zu weniger Großeinkäufen, um jeden Dollar zu strecken

Costco profitiert von dieser "Wertmigration," auch wenn einige dieser Käufer offensichtlich unter größerem Druck stehen. Dasselbe makroökonomische Umfeld, das den unteren Schenkel des K belastet, kann tatsächlich die Kundenfrequenz in wertorientierten Formaten stützen.

Was uns Costcos Quartal wirklich sagt

Costcos starke Ergebnisse bedeuten nicht, dass es allen gut geht. Sie bedeuten:

  • Widerstandsfähige, einkommensstärkere Verbraucher geben weiterhin Geld aus, besonders dort, wo sie einen klaren Mehrwert wahrnehmen.
  • Belastete Haushalte passen ihr Verhalten an, oft auf eine Weise, die dennoch die Umsätze bei Discount-/Werteinzelhändlern stützen kann.
  • Der Durchschnitt sieht gesund aus, aber darunter ist die Verteilung verzerrt, ganz im Einklang mit einem K-förmigen Muster.

Für die Märkte ist diese Dynamik relevant für:

  • Aktienauswahl im Einzelhandel: Formate, die den oberen Schenkel bedienen (oder beide Schenkel über Wertangebote), können weiterhin solides Wachstum verzeichnen.
  • Kredit- und Ausfallrisiko: der untere Schenkel zeigt sich eher in Kreditausfällen und Subprime-Stress als in Costcos Ergebniszeile.
  • Politik und Inflation: eine starke Nachfrage des oberen Schenkels kann bestimmte Kategorien und Dienstleistungen inflationär halten, selbst wenn andere Haushalte zurückfahren.